Sprungmarken: Inhalt, Navigation.
Suchen auf neues-deutschland.de:

Erweiterte Suche

Nach Sturm auf Gaza-Hilfskonvoi

Erste Aktivisten kehren zurück nach Deutschland - darunter auch Linke-Abgeordnete

Tel Aviv/Berlin (dpa/ND) - Einen Tag nach dem gewaltsamen Sturm eines internationalen Gaza-Hilfskonvois im Mittelmeer sind fünf der elf Deutschen in die Heimat zurückgekehrt. Dazu gehörten unter anderem die beiden Bundestagsabgeordneten Annette Groth und Inge Höger (Die Linke), teilte ein Fraktionssprecher am Dienstag in Berlin mit. Annette Groth und Inge Höger werden sich heute auf einer Pressekonferenz in Berlin äußern.

Nach neuesten Angaben des Auswärtigen Amtes befanden sich insgesamt elf deutsche Staatsbürger an Bord der sechs Schiffe der "Gaza-Solidaritätsflotte". Das Schicksal der restlichen sechs Bundesbürger war zunächst noch unklar.

Die Aktivisten waren an Bord der sechs Schiffe, die am frühen Montagmorgen in einer Kommandoaktion der israelischen Marine gestürmt worden waren. Soldaten töteten dabei nach Armeeangaben neun Aktivisten. Weitere 50 Personen sowie sieben Soldaten wurden demnach verletzt. Nach internationalen Medienberichten soll es sogar bis zu 16 Tote an Bord des türkischen Passagierschiffes "Mavi Marmar" gegeben haben.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer Notwehr der Soldaten. Die Armee veröffentlichte am Montagabend Ausschnitte von Live-Aufnahmen. Darin ist unter anderem zu sehen, wie Grüppchen von Aktivisten mit Schlagstöcken auf Soldaten einprügeln. In einer anderen Szene wird ein Soldat kopfüber vom Oberdeck auf das darunter liegende Deck geworfen. In einer dritten Szene ist ein Soldat mit einer tiefen Stichwunde in der Brust zu sehen. Die internationalen Aktivisten hatten keine Möglichkeit, sich öffentlich zu äußern oder ihre Aufnahmen zu zeigen.

Die israelische Militäraktion hat eine Welle weltweiter Kritik ausgelöst. Die Sprecherin der Organisation Free Gaza, Audrey Bomse, warf der israelischen Regierung Piraterie vor, weil die Schiffe in internationalen Gewässern aufgebracht wurden.

Der NATO-Rat wird sich noch heute im Rahmen einer Sondersitzung mit der israelischen Militäraktion gegen die "Solidaritätsflotte" für Gaza befassen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

1 Kommentar zu diesem Artikel

Kommentar schreiben (Login erforderlich)
  • drhwenk, 01. Jun 2010 20:04

    Notwehr? - Was machen sie mit dem Messer nachts um drei im meinem Schlafzimmer?

    I"sraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einer Notwehr der Soldaten."
    Das kann man nur noch DEONTISCH, das ist die Logik der Moral oder des Sollens, verstehen: Eigene Gewalt kann nur mit Notwehr legitimiert werden. Sagen wir mal, das ist der einfachste und überzeugendste Grund, der sich "überall sehen lassen kann. " Der einfache Weg.
    Nach dem Motto. "Was machen sie mit dem Messer nachts um drei im meinem Schlafzimmer?" ist die Unzulässigkeit und das Nichtzutreffen dieser Argumentation für die Aktion des Kaperns türkischer Schiffe in interantionalen Gewässern mit humanitären HIlfsgütern auch vom Sicherheitsrat (an)erkannt worden.
    Im Gegensatz zu vielen anderen Kritikern gehe ich bei logischen Fehlleistungen keineswegs immer von einer unzureichenden Intelligenz, sondern mehr von einem nicht ganz sattelfesten "Motivkomplex" aus. Schon zwei Absichten stören sich so, dass im Ergebnis meist irgend eine Fehlleistung herauskommt. Die moralische Absicht bleibt da viel öfter auf der Strecke, als nötig. Das liegt natürlich an den "vorgestellten" Sanktionen, die das normale Funktionieren des Denkens mindern. Diese "vorgestellten Sanktionen" und "Blicktrübungen", Zensuren, haben oft viel mit der Historie des gegenseitigem Zufügens von erheblichen Schäden zu tun. Somit wird das Denken von dieser "Logik der Rache" strukturiert. Das geht ziemlich tief, die Klagen über "dead lock" Situationen und absurden Pietäten und Konventionen sind abundant.
    Bei Staatslenkern sollte man die Kenntnis dieses gesamten Komplexes voraussetzen können. Zur Anwendung kommt diese Kenntnis jedenfalls schon wieder nicht.
    Gerade, wenn es "heiss her geht", sind solche blutleeren Abstraktionen
    am nötigsten. Kurzum, der Mann hat auch "gelogen". Da bei Kritik von Respektlosigkeit zu reden, wie Herr Köhler, ist vollends "irreal".
    Schön, dass die Abgeordnetren überlebt haben.

    • Permalink

Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Frisch gebloggt
24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

Änderungen in der nd-Community

Alle Blogs

Facebook
Twitter
Vernetzung

»nd in der Schule«

Medienkompetenz und politische Bildung
nd-Sonderbeilagen

Beilagenplan 2012

Die Sonder- veröffentlichungen in der Übersicht
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.
Sprungmarken: Seitenanfang, Navigation.

Werbung:

Werbung:

Sprungmarken: Seitenanfang.