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Max Bitzer, ver.di-Organizer an den Berliner Flughäfen
25.06.2010

... können wir nur selber tun!

Ja, ja: Gewerkschaften, oder besser: Beschäftigte, müssen wieder in die Offensive kommen. Schon klar – da sind wir, die geneigten Leser und Leserinnen und der Autor, uns wahrscheinlich einig. Die spannende Frage ist doch: Wie schaffen wir’s? Gewerkschaftliches Organizing beschreibt ein Konzept, dass diese Frage zu beantworten sucht. Seit September 2009 läuft bei den Bodenverkehrsdiensten der Berliner Flughäfen ein Organizing-Projekt der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Im Kern geht es beim Organizing darum, durch konsequente und systematische Beteiligungs- und Konfliktorientierung nachhaltig das Kräfteverhältnis im Betrieb für und vor allem durch die Beschäftigten zu verschieben.

Seit Anfang diesen Jahres kämpft die ver.di-Betriebsgruppe des größten Berliner Bodenverkehrsdienstleisters Globe Ground Berlin (GGB) für die Übernahme der über 500 Beschäftigten in den GGB-Tarifvertrag, die in einer Tochtergesellschaft die gleichen Arbeiten zu Hartz-IV-Aufstockerlöhnen und deutlich schlechteren Bedingungen verrichten. Gleichzeitig geht es um spürbare Lohnerhöhungen für die rund 1800 Beschäftigten. Damit geht es auch darum, ob der zukünftige Großflughafen Willy Brandt (BBI) ein Hartz-IV-Desaster oder ein Leuchtturm für selbstbewusste und durchsetzungsfähige Belegschaften wird.

Kommt der WISAG-Konzern, der die GGB vor drei Jahren gekauft hat, mit den Niedriglöhnen durch, ist der Angriff auf die Bedingungen und Löhne der Stammbelegschaft nur eine Frage der Zeit.

Der Konflikt ist eskaliert. In zwei Warnstreiks haben die organisierten Kollegen und Kolleginnen ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die WISAG musste von ihrem anfänglichen »Angebot« einer Nullrunde abrücken. Jetzt werden die ver.di-KollegInnen auf der anstehenden Mitgliederversammlung entscheiden, ob ihnen das Angebot reicht. Ihnen ist dabei klar: »Es rettet uns kein höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun …«, denn Gewerkschaft, und das ist die Grundthese des Organizings, ist immer nur so stark und durchsetzungsfähig wie die Mitglieder im Betrieb.

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