01.07.2010

Amnesty: Mehr Transparenz bei Opfer-Entschädigung

Berlin (dpa) - Mehr Transparenz bei der Entschädigung von zivilen Opfern in Afghanistan hat Amnesty International gefordert. Die Bundesregierung dürfe ihre Leistungen nicht allein auf die Opfer des von der Bundeswehr angeordneten Luftschlags in Kundus konzentrieren, verlangte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in Berlin. Die Generalsekretärin von Amnesty Deutschland, Monika Lüke, schlug vor, Kompensationen generell über die unabhängige afghanische Menschenrechtskommission abzuwickeln. Bei dem Bombardement bei Kundus waren am 4. September vergangenen Jahres viele Zivilisten getötet worden.

Nach Angaben des Vize-Vorsitzenden der afghanischen Kommission, Fahim Hakim, hat der NATO-Einsatz in Afghanistan zuletzt deutlich weniger zivile Opfer gefordert. Dies sei ermutigend. Die Regierung in Kabul forderte er zum Kampf gegen die Korruption und den Drogenschmuggel auf, um die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen. Außerdem müssten die Rechte der Frauen im Alltag gestärkt werden, sagte Hakim. Lüke wies darauf hin, dass es zwar in Afghanistan ein Frauenministerium gebe. In der Realität habe die Gleichberechtigung die Frauen aber noch nicht erreicht. Mehr als 60 Prozent aller jungen Mädchen würden zum Beispiel bis zum Alter von 16 Jahren - oft gegen ihren Willen - verheiratet.

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