Alternative Vision des »Megaspree-Bündnisses« von der Metropole von Morgen
Foto: Promo
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Es rumort kräftig in der Berliner Kultur- und Kunstszene. In jenem heterogenen Netzwerk, in dem unterschiedlichste Kreative werkeln, schaffen, Musik produzieren oder Clubs betreiben. Bei all jenen also, die den legendären Ruf der Spree-Metropole in den vergangenen Jahren weltweit begründet haben.
Insgesamt 150 Bars, Clubs, aber auch politische Basis-Initiativen haben sich nun im Bündnis »Megaspree« zusammengeschlossen. Am kommenden Sonnabend wollen sie unter dem Motto »Rette deine Stadt« auf die Straße gehen, mehrere Tausend Teilnehmer erwarten die Veranstalter zu der Parade, die ab 15 Uhr als Sternmarsch von sechs Startpunkten bis zum Roten Rathaus konzipiert ist. Dort ist dann für 18 Uhr eine gemeinsame Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen und Musik geplant.
»Wir wollen gegen die Stadtpolitik von Oben protestieren«, erklärt Mato Wilkens, einer der Pressesprecher des Bündnisses. Es gelte, die Vision einer kulturell-vielfältigen Stadt gegen die von monotonen Beton-Fantasien zu stellen. Dafür wurde der Zusammenschluss geschmiedet, um quasi einen »Öffentlichkeitsakkumulator« für die einzelnen Gruppen und Initiativen zu generieren – deren Einzelinteressen ein Sprachrohr zu verleihen.
Wie konkret die Bedrohung durch einen von Oben übergestülpten Stadtumbau aussieht, kann man an der Gestaltung des Spreeraums erkennen, aus deren Uferlagen immer mehr Strandbars und Musikclubs vertrieben werden. Von daher ist es nicht beliebig, dass das »Megaspree-Bündnis« gestern zur Pressekonferenz ins »Yaam« am Ostbahnhof lud, einen der zwar nicht akut, aber doch mittelfristig bedrohten Kultur-Standorte am Fluss.
Dass die alternativ-stadtpolitische Demonstration fast genau zwei Jahre nach dem Bürgerentscheid »Spreeufer für alle« stattfindet, ist ebenfalls kein Zufall. Bereits im vergangenen Jahr zog eine Parade mit rund 8000, zumeist jüngeren Teilnehmern zum Roten Rathaus, um den Senat an die Forderungen aus dem Bürgerbegehren zu erinnern, bei dem sich eine riesige Mehrheit gegen die Bebauung der Spree-Ufer mit Hochhäusern in Friedrichshain-Kreuzberg ausgesprochen hatte.
»Der Bürgerentscheid ist weiter nicht umgesetzt«, erinnert Carsten Joost vom Initiativkreis »Mediaspree versenken«, der die Abstimmung damals mitinitiiert hatte. Joost freut sich, dass sich jetzt mehr Gruppen und Organisationen als im Vorjahr an den Protesten beteiligen wollen. »Es soll deutlich werden, wie viele Menschen eine Veränderung der Senatspolitik fordern«, sagt er.
Damit die Botschaft allerdings nicht wie im vergangenen Jahr schnell verpufft, haben sich die Organisatoren diesmal inhaltlich besser vorbereitet. Die Kritik, die Manifestation sei 2008 so unpolitisch wie die Loveparade und eine reine Partyveranstaltung gewesen, weist man Seitens des Bündnisses zurück. In einer Art Manifest werden die Forderungen zur Rettung der Stadt von »Megaspree« dargelegt: »Gentrifzierung« soll gestoppt werden, heißt es darin, genau wie der »Ausverkauf« von Grundstücksflächen. »Megaspree« setzt sich darüber hinaus für Klimaschutz und gegen den Ausbau der A 100 ein. Auch »Überwachung«, »Gated Communities« und Kameras sind nicht willkommen.
»Es geht um ein lebenswertes, glückliches und freundliches Berlin.« So fasst es Dr. Motte zusammen, der Gründer der Loveparade. Er macht inzwischen auch bei »Megaspree« mit.
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