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Von Klaus Bergmann und 12.07.2010 / Fußball-WM 2010

Ein Mann und das Ja-Wort

Nach dem versöhnlichen dritten Platz bei der WM schweigt Joachim Löw vorerst zu seiner Zukunft als Bundestrainer

Jens Mende, dpa

Mit laufender Nase und heiserer Stimme führte der kränkelnde Bundestrainer seine »Champions« zum bronzenen Happy End – aber auf das ersehnte Ja-Wort zum neuen Vertrag muss die Fußball-Nation warten. Wie vor vier Jahren Jürgen Klinsmann nach dem deutschen WM-Sommermärchen ließ sich auch Joachim Löw am Ende des bewegenden, aber unvollendeten Fußball-Wintertraums in Südafrika nicht zu einer schnellen Entscheidung hinreißen.

Der schon zu Jahresbeginn einmal geplatzte Poker der gesamten sportlichen Leitung um Löw mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist nach der Weltmeisterschaft am Kap aufs Neue eröffnet, der Ausgang aber völlig offen. »So ist es«, bestätigte Löw am Sonntag. Klar ist nur, die Entscheidung soll »zeitnah« fallen. »Habe ich noch die Kraft und Energie, die Mannschaft weiter zu führen?«, fragte Löw – ähnlich wie Klinsmann 2006, der dann aufgab und in die USA zurückging.

»Die letzten neun Wochen waren unglaublich intensiv. Das hat schon viel Kraft gekostet«, erläuterte Löw nach dem letzten WM-Partybeitrag der stark ersatzgeschwächten deutschen Elf beim 3:2 im Kampf um Platz drei gegen Uruguay in Port Elizabeth. »Aus tiefstem Herzen« dankte er den 23 Spielern und seinem Betreuerstab: »Wir haben sportlich ein weltmeisterliches Turnier gespielt, auch wenn wir den ganz großen Coup verpasst haben.« Einiges klang wie eine Abschiedsrede.

Trotz Medaillen – die Sehnsucht nach einem Pokal bleibt. »Das Herz sagt mir, dass wir eine große Zukunft haben. Irgendwann ist es das Ziel, einen internationalen Titel nach Hause zu bringen«, sagte der famose Vizekapitän Bastian Schweinsteiger, der fest daran glaubt, dass es »irgendwann so sein wird«. Auch der im letzten Spiel erkrankt fehlende Kapitän Philipp Lahm bescheinigte dem Team, »in allen Bereichen weltmeisterlich gearbeitet« zu haben.

Emotional war Löw auch nach dem Abpfiff in Südafrika ganz nah bei seiner »Mannschaft, der die Zukunft gehört«. Gegen die starken »Urus« hatten ihn seine Jungs erneut begeistert. »Champions stehen wieder auf, wenn sie mal verloren haben«, lobte er die Moral, nach einem 1:2-Rückstand nochmals zurückzukommen. Sami Khedira sicherte mit seinem ersten Länderspieltor den Sieg (82.) nach einem temporeichen und spannenden Spiel. Außerdem trafen Thomas Müller mit seinem fünften WM-Tor (19.) und Marcell Jansen (56.). Edinson Cavani (28.) und Diego Forlan (51.) hatten die »Urus« dazwischen in Führung gebracht.

Das nächste Länderspiel wartet am 11. August in Dänemark auf die DFB-Elf. 23 Tage später startet die Qualifikation für die Europameisterschaft 2012. »Ich hoffe, dass wir in zwei Jahren so weit sind, gegen Mannschaften wie Spanien noch besser zu spielen«, äußerte Schweinsteiger.

Und Löw? Der will rasch mit dem DFB Gespräche führen und eine Entscheidung treffen. Zwanziger schwebt ein Zweijahresvertrag vor. Als erste Bundestrainer-Alternative gilt Sportdirektor Matthias Sammer. Per Mertesacker sagt: »Das ist die persönliche Entscheidung des Trainers. Aber der fußballerische Weg ist geebnet.«

Uruguay: Muslera - Fucile, Lugano, Godin, Caceres - Maxi Pereira, Perez (77. Gargano), Arevalo, Cavani (88. Abreu) - Suarez, Forlan.

Deutschland: Butt - Boateng, Mertesacker, Friedrich, Aogo - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil (90. Tasci), Jansen (81. Kroos) - Cacau (73. Kießling).

Tore: 0:1 Müller (19.), 1:1 Cavani (28.), 2:1 Forlan (51.), 2: 2 Jansen (56.), 2:3 Khedira (82.). Schiedsrichter: Archundia (Mexiko). Zuschauer: 36 254.

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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