Ulrike Gramann 27.07.2010 / Inland

»Damit Krieg planbar wird«

Wie wird man Totalverweigerer? Stefan hat einfach zu Ende gedacht. Heute steht er vor Gericht

Stefan Gierke ist 20. Aus Gewissensgründen verweigert er nicht nur den Dienst an der Waffe, sondern auch den Zivildienst. Geschätzt gibt es pro Jahr rund zehn gewissensmotivierte Totalverweigerungen in Deutschland. Manche erklären ihre Totalverweigerung, nachdem sie zur Bundeswehr einberufen sind. Andere sind anerkannte Kriegsdienstverweigerer und entscheiden sich bei Einberufung zum Zivildienst. Zur Zeit sind drei laufende Strafverfahren gegen Totalverweigerer bekannt. Sollte Ende 2010 die Wehrpflicht tatsächlich ausgesetzt werden, könnte Stefan Gierke einer der letzten rechtskräftig verurteilten Totalverweigerer sein.

Nicht einmal lügen hätte er müssen. Ein kleines »Ich weiß noch nicht« hätte genügt, als er vor anderthalb Jahren im November gefragt wurde, ob er bei der Bundeswehr dienen oder Zivildienst leisten möchte. Vielleicht wäre er dann ausgemustert worden. Seine Chancen standen nicht schlecht, 46 Prozent aller Kandidaten wurden 2008 ausgemustert. Doch Stefan Gierke ließ es nicht darauf ankommen und entschied sich für den Zivildienst. Zunächst zumindest. Bereut er heute seine Ehrlichkeit? »Wäre ich ausgemustert worden, würde ich die Welt heute anders sehen. Vielleicht hätte ich weniger nachgedacht.« Mit Sicherheit würden ihm einige Erfahrungen fehlen, die er Gleichaltrigen nun voraus hat. Denn am Ende seines Nachdenkens verweigerte Stefan auch den Dienst im Krankenhaus.

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