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Arbeitsmarkt erholt, Risiken bleiben

Nürnberg (dpa/ND). Trotz leichter Sommerflaute gewinnt der Arbeitsmarktaufschwung an Tempo. Zwar sei die Erwerbslosenzahl im Juli saisonbedingt um 39 000 auf 3 192 000 gestiegen. Das waren aber 271 000 weniger als 2009. Ohne Saisoneffekte wäre die Arbeitslosigkeit um 20 000 zurückgegangen, berichtete die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag.

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Zugleich rutschte die Zahl der Jobsuchenden auf den niedrigsten Juli-Stand seit 18 Jahren. Die Arbeitslosenquote nahm im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 7,6 Prozent zu. Vor einem Jahr lag sie noch bei 8,2 Prozent.

BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise beurteilte die Entwicklung dennoch zwiespältig. Zwar habe sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter entspannt. »Aber das Muster der aktuellen Krise passt nicht mehr zu den früheren Modellen«, so Weise. Er verwies auf die auslaufenden Konjunkturprogramme, den »angeschlagenen Bankensektor« und die schlechte Bonität einiger EU-Länder. Es seien auch noch viele Beschäftigte in Kurzarbeit. Auch die Schuldenbremse der Koalition könnte den Arbeitsmarkt belasten. Im öffentlichen Sektor drohe Personalabbau.

Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen sieht trotz ermutigender Signale noch konjunkturelle Risiken. »Weil die Betriebe vielfach an Stamm- und Fachkräften festgehalten haben, ist der Spielraum für Neueinstellungen in diesem Bereich begrenzt«, erklärte sie.

Als Hinweis auf die sich bessernde Lage wertet die BA, dass es erstmals seit Ausbruch der Krise wieder mehr Vollzeitstellen gibt; im Juli lag ihre Zahl um 20 000 über Vorjahresniveau. In den vergangenen Monaten hatte der Stellenzuwachs fast nur aus Teilzeitstellen bestanden.

Der Osten Deutschlands profitiert derweil längst nicht so stark vom Job-Boom wie der Westen. Hauptgrund sei der geringere Anteil exportorientierter Branchen, wie BA-Statistiker erläuterten. In Westdeutschland waren im Juli 2 209 000 Männer und Frauen ohne Beschäftigung (6,6 Prozent). Das waren rund 33 000 mehr als im Juni, aber 159 000 weniger als 2009. In Ostdeutschland gab es im Juli 983 000 Arbeitslose (11,6 Prozent), gut 5000 mehr als im Juni, aber 111 000 weniger als vor zwölf Monaten.

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