06.08.2010

ALG-II-Empfänger bleiben auf Kosten für Strom sitzen

(ND). Nach Berechnungen der Gemeinnützigen Gesellschaft für Verbraucher- und Sozialberatung Berlin (GVS) steigen Monat für Monat die Energieschulden von ALG-II-Empfängern. Allein für dieses Jahr geht die GVS von einem Schuldenberg von 60 Millionen Euro aus, auf dem die rund 327 000 Bedarfsgemeinschaften in der Stadt sitzen bleiben. »In fast allen Beratungsgesprächen der GVS wird dieses Dilemma deutlich«, erklärt der Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft, Sven Gärtner. Hintergrund sind die 2005 festgelegten Regelsätze: Demnach erhalten statt der 37,97 Euro, die ein Bundesbürger laut Statistischem Bundesamt im Durchschnitt für Strom im Monat ausgibt, ALG-II-Empfänger als Regelleistung lediglich 22,62 Euro. Im Jahr summieren sich die Fehlbeträge nach Angaben der GVS auf 184,20 Euro. Bei einer Familie mit zwei Kindern steigt dieser Betrag sogar auf rund 336 Euro. »Selbst beim besten Willen können immer mehr Hartz-IV-Empfänger die Stromabschläge nicht mehr aufbringen«, so Gärtner. Deshalb müssten aus seiner Sicht bis zur Neuberechnung der Pauschalen durch das Bundesverfassungsgericht in diesem Jahr unkonventionelle Maßnahmen her, um die Schuldenfalle zu stoppen.