Manfred Weißbecker 07.08.2010 / Geschichte
Thema: Faschismus

Eine Warnung vor Denkfaulheit

Die »Dimitroff-Formel« – Fakten und Legenden über den Versuch einer Faschismus-Definition

»Faschismus an der Macht ist die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.« Dieser Versuch einer Definition des Faschismus kursiert in der Literatur als »Dimitroff-Formel«. Unser Autor, Faschismusforscher in Jena, hat die Reden des bulgarischen Kommunisten auf dem VII. Weltkongress der Komintern vor 75 Jahren (25. Juli bis 20. August 1935) noch einmal genau gelesen und sich gefragt, inwieweit die Aussagen des von diesem letzten KI-Kongress gewählten letzten KI-Generalsekretärs noch Bestand haben.

Georgi Dimitroff spricht auf dem VII. Weltkongress der Komintern, 1935

Als unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg in mehreren europäischen Ländern faschistische Bewegungen in Erscheinung traten, begann zugleich die Suche nach Erklärungen für das neue Phänomen. Insbesondere bemühten sich deren Gegner, Charakter und Ursachen dieser zu erhellen. Sie entwickelten dabei punktuell zutreffende, oft jedoch auch verwirrende, mitunter ganz und gar abwegige Faschismustheorien, die den Interessen und Ambitionen unterschiedlicher Strömungen in der Gesellschaft dienten. Teils unterstützten, teils behinderten sie die notwendige Auseinandersetzung mit dem Faschismus. Die Auffassung, dieser sei ein Ergebnis aggressiver imperialer Großmachtziele und terroristischer Bestrebungen ökonomisch Mächtiger, prägte lange Zeit das Denken in allen Arbeiterorganisationen, gleich ob diese gewerkschaftlich, sozialdemokratisch oder kommunistisch orientiert waren.

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