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Von Martin Koch 01.09.2010 / Panorama

So viel Regen gab's vorher nie

Der August 2010 im meteorologischen Rückblick

In den letzten Wochen zog ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen über Mitteleuropa hinweg. Dadurch fiel in Deutschland so viel Regen wie nie zuvor im August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Besonders feucht war es nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes (DWD) anfangs im Osten und zuletzt im Nordwesten der Bundesrepublik. Vielerorts kam es zu heftigen Gewittern, die von Sturmböen, Fallwinden und sogar von Tornados begleitet wurden.

Obwohl die Augustsonne in diesem Jahr vergleichsweise selten schien, lag die mittlere Monatstemperatur mit 16,7 Grad Celsius etwas über dem langjährigen Klimawert von 16,5 Grad. Denn an mehreren Tagen kletterte das Thermometer auf hochsommerliche Werte. Die höchste Temperatur wurde am 21. August in Bendorf bei Koblenz gemessen: 32,5 Grad. Zum Vergleich: 2009 registrierte der DWD zur etwa gleichen Zeit in der Ortschaft Rahden-Varl in Nordrhein-Westfalen 37,8 Grad. Der bundesweit kälteste Ort im diesjährigen August war Deutschneudorf im Erzgebirge. Hier fiel das Quecksilber am 20. auf 3,4 Grad Celsius.

Die durchschnittliche Niederschlagsmenge im August 2010 betrug 157 Liter pro Quadratmeter (l/qm). Das ist neuer Rekord. Der vorherige Spitzenreiter, der August des Jahres 1960, brachte es »nur« auf 134 l/qm, während das langjährige Mittel bei 77 l/qm liegt. In Bertsdorf-Hörnitz im Landkreis Görlitz gingen allein am 7. August 101 l/qm Regen nieder. Das sich anschließende schwere Hochwasser der Lausitzer Neiße richtete in einigen sächsischen und brandenburgischen Ortschaften immense Schäden an. Überhaupt war Sachsen das feuchteste Bundesland, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bayern. Am trockensten war es in Bremen und im Saarland.

Die Sonne strahlte im August 2010 rund 143 Stunden vom Himmel und blieb damit um 27 Prozent unter ihrem Soll von 197 Stunden. Zahlreiche Wetterstationen meldeten neue Minusrekorde bei der Sonnenscheindauer, die seit 1951 aufgezeichnet wird. Nach dieser Statistik war nur der August 2006 trüber.

Besonders viel Verdruss dürfte das nasskühle Wetter den Bauern bereitet haben. Denn im August leisten diese normalerweise Schwerstarbeit auf ihren Feldern. Gleich am Anfang des Monats muss die Sommergerste gemäht werden. In der zweiten Augusthälfte ist der Hafer an der Reihe, dann folgt der zweite Heuschnitt auf den Wiesen, kurz »Grummet« genannt. Außerdem reifen in den Gärten die ersten Äpfel, Zwetschgen und Mirabellen. Nach einem Vorschlag Karls des Großen wurde der August im deutschen Sprachraum deshalb früher als »Aranmanoth« (Erntemonat) bezeichnet. Dagegen erinnert der heute gebräuchliche Name für den achten Monat des Kalenders an den römischen Kaiser Augustus, der nach historischer Überlieferung in diesem Monat sein erstes Konsulat angetreten hatte.

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24.05.2012 | Katja Eichholz, David König und Olaf Präger

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