Roosevelts »New Deal« lässt mal wieder grüßen: US-Präsident Barack Obama möchte ein Infrastrukturprogramm auflegen, um die offenbar erneut einbrechende Konjunktur zu stützen. Größere Eisenbahnprojekte hätte das Land mit der schlimmsten Automobilisierung sicher dringend nötig; doch dies würde nicht reichen, um das Land nachhaltig aus der Wirtschaftskrise zu führen. Das galt schon für Obamas erstes, weit umfangreicheres Konjunkturprogramm, das sicherlich das Allerschlimmste verhindert hat, aber auch nicht mehr. Dass selbst 800 Milliarden Dollar als Stimulus nicht reichten, verwundert nicht: Die republikanische Bush-Ära hinterließ einen ökonomischen Scherbenhaufen – die Banken- und Immobilienkrise sowie private Überschuldung haben die US-Volkswirtschaft in eine tiefe Depression gestürzt.
Das Beispiel Japan lehrt, dass unzureichende und zu späte Konjunkturprogramme nur in die Dauerabhängigkeit führen. Noch immer hängt die drittgrößte Volkswirtschaft in der Deflation fest, die Staatsverschuldung hat aberwitzige Dimensionen erreicht. Die USA sind – noch – in einer besseren Lage, um gegensteuern zu können: Doch die konservativen Krisenverursacher, die bislang jeden Reformversuch Obamas zu blockieren versuchten, verspüren Aufwind. Ausgerechnet die schlechte Finanzlage, die eher den Steuergeschenken und der Kriegspolitik Bushs sowie der Wirtschaftskrise als dem Konjunkturprogramm geschuldet ist, dient ihnen als Munition Es bräuchte einen wirtschaftspolitischen Neuanfang – mit einem starken Sozialstaat und einer gestärkten Steuerbasis. Doch die Auguren sagen eher einen konservativen Roll-back voraus.
Kleine Dosierungen von Giftstoffen sind manchmal ein Bestandteil von Medikamenten. In USA ist heute die "Tea Party" ein solcher nuetzlicher Gifstoff, weil diese Bewegung die "Rechte" noch irrsinniger zum sozial-wirtschaftlichen Raubbau anheizt: Sie bruellen gegen die Besteuerung der Reichen, gegen die Sozialprogramme fuer die Armen, gegen die Abwertung des Dollars, und sie schueren fuer steigende Militaerfinanzierung. Das ist Ideal zur weiteren Verwirrung der innerpolitischen Situation - denn das Land sollte eigentlich jetzt nuechtern und solidarisch zur einer stabilen sozialen und wirtschaftlichen Situation streben. Das es in USA fast keine wirkliche "Linke" gibt - hat die "Mitte" (Democrats) jetzt das Zittern und sieht sich als Opfer einer Abwahl in den kommenden Wahlen im November (fuer Senatoren, Abgeoordnete, Governeure) - denn wie einst in Deutschland (1933) lass sich Massen von "kleinen Leuten" durch Flaggenationalismus weglocken von der Loesung der Krisis durch die sozial-wirtschaftlichen Programme der "Linken". Kurz: Jeh mehr die U.S. Americans sich mit ihren eigenen Problemen herumringen, um so mehr "Freiheit" koennen sich die anderen Nationen der Welt "leisten"!
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Preis: 60,00 €
Preis: 7,99 €
Werbung:
Werbung: