Wilfried Neiße, Potsdam 10.09.2010 / Berlin / Brandenburg
Brandenburg

Ehrliche Aufbauhelfer und rücksichtslose Zocker

Aktuelle Stunde des Landtags zum Thema »Anschluss oder Beitritt« der DDR

ND-Collage: Wolfgang Frotscher
Wenn die Gegenwart nicht mehr viel zu bieten vermag, dann wendet man sich der Vergangenheit zu. Lang und breit wogte gestern im Landtag die Debatte hin und her, wie denn nun die Herstellung der staatlichen Einheit Deutschlands »richtig« zu sehen sei. Pessimisten ahnten schon, dass es diesmal nicht bei den 60 Minuten bleiben würde, auf die sich eine Aktuelle Stunde für gewöhnlich beschränkt. Die FDP-Fraktion hatte das Thema »20 Jahre deutsche Einheit – Anschluss oder Beitritt« auf die Tagesordnung gesetzt, und als schließlich alles vorbei war, konstatierte Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD) eine Verdoppelung der veranschlagten Zeit – es seien »zwei Aktuelle Stunden« gewesen. Anlass war ein Interview, das Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) dem Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« gegeben hatte, und in dem er eine »gnadenlose Deindustrialisierung« weiter Regionen Ostdeutschlands und eine »Anschlussmentalität« vieler Westdeutscher beklagt hatte. Beides bekräftigte Platzeck gestern und legte nach. Es seien drei Gruppen von Westdeutschen gewesen, mit denen die einstigen DDR-Bürger nach der Wende Bekanntschaft geschlossen hätten: die Aufbauhelfer aus innerer Überzeugung, die Karrieristen und die rücksichtslosen Zocker. Bei allem, was erreicht und geleistet worden sei, bei allem, was an Geld geflossen sei, müsse es möglich und gestattet sein, über die negativen Seiten und Erfahrungen zu sprechen, forderte er.

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