Krieg, Waffenlieferungen, Ausbeutung Fluchthelfer sind nicht das Problem.
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Von Ingolf Bossenz
15.10.2010
kommentiert

Kultur-Los

Der Trugschluss, »Kultur« seien schöngeistig-erbauliche Aktivitäten, denen man festlich gekleidet beiwohnt, wird nicht zuletzt durch die »Kultur«-Seiten und -Sendungen der Massenmedien am Leben erhalten. Da ist es erfreulich, dass Spanien ein Zeichen gesetzt hat, mit diesem hartnäckigen Missverständnis aufzuräumen. Kultur ist schließlich alles, was der Mensch aus und mit der ihm ausgelieferten Natur macht. Also auch der Stierkampf, für den Madrid die behördliche Zuständigkeit jetzt folgerichtig aus dem Innen- in das Kulturministerium verlagert hat.

Doch gleich gibt es offenbar neue Missverständnisse. »Wir fühlen uns als Künstler und können deshalb vom Kulturministerium auch mehr Unterstützung erwarten«, erklärte der Stierkämpfer José María Manzanares nach einem Treffen von Toreros mit Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba. Dass die Misshandlung von Tieren zur Kultur gehört (nicht nur der spanischen und der »abendländischen« insgesamt), lässt sich schwer bezweifeln. Aber zur Kunst? Andererseits gibt es eine jahrtausendealte Kunst des Krieges. Die Ansiedlung dieser mörderischen Meisterschaft beim Kulturministerium wäre also durchaus der Erwägung wert.

Menschen sollten dazu stehen, was sie anrichten. Ob in der Arena, im Schlachthaus oder auf dem Schlachtfeld. Es ist schließlich alles Kultur.

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