01.11.2010

Baum-Guerilla in Stuttgart

Aktivisten bepflanzten Stuttgarter Schlossgarten

Stuttgart (dpa/ND). Nach einer Stuttgart-21-Demonstration haben mehrere Gegner des Milliarden-Bahnprojekts am Samstag die Baustelle im Schlossgarten gestürmt und provisorisch rund 25 Bäume gepflanzt. Nach Angaben der Polizei nahmen an der Aktion 26 Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood und der Initiative Parkschützer teil. Ihnen droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Die Aktivisten montierten am Abend die oberen Segmente des Bauzauns ab und überwanden mit Hilfe von Leitern die Absperrungen. Bei der Aktion wurden ein Aktivist beim Überklettern des Bauzauns sowie zwei Polizisten verletzt.

Die Polizei rückte mit rund 100 Beamten an und bildete eine Kette um den Bauzaun. Hunderte von Teilnehmern der Demonstration, die zwischenzeitlich herbeigeeilt waren, rüttelten daran – er drohte einzustürzen. Mit der »symbolischen Aktion« und »Wiedergutmachung« wollten die Parkschützer und Robin Wood erreichen, dass die Arbeiten am Grundwassermanagement für Stuttgart 21 eingestellt werden. Entgegen der Abmachungen für die Schlichtungsgespräche habe die Bahn ihre Bauarbeiten fortgesetzt. Der Sprecher der Parkschützer, Matthias von Herrmann, sagte: »Spätestens seit gestern ist bekannt, dass die Bahn trotz der laufenden Schlichtungsgespräche wie geplant weiterbaut, dadurch Fakten schafft und sich an keinerlei Zusagen hält.« Die Parkschützer nehmen nicht an den Schlichtungsgesprächen teil.

An der Stelle, wo die Aktivisten die etwa fünf Meter hohen jungen Bäume pflanzten, waren Anfang Oktober die ersten 25 von rund 300 Bäumen gefällt worden. Dagegen hatten sich Tausende von Stuttgart-21-Gegnern aufgelehnt.

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