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Ines Wallrodt
04.11.2010
Fokus: Anti-Castor-Proteste

Irmtraud übt für den Castor

Breiter Widerstand im Wendland

Am einfachsten charakterisiert man die Anti-Atom-Bewegung durch diejenigen, die nicht dazu- gehören. Dann ist die Liste denkbar kurz: FDP-Anhänger wird man unter den Castorgegnern am Wochenende wohl am längsten suchen müssen. Den einen oder anderen CDU-Wähler wird man dagegen auf Seiten der Protestler treffen können.

Die Anti-AKW-Bewegung ist ein Bündnis quer durch alle gesellschaftlichen Milieus, Schichten und Altersgruppen, die an diesem Punkt selbst konfliktreichere Aktionsformen wie Blockaden und Besetzungen unterstützen.

Vom Rentner bis zum Künstler – alle dabei

Das Blockadenetzwerk X-tausendmal quer hat ein witziges Mobilisierungsvideo produziert, das nicht nur den Anspruch illustriert, sondern auch die Realität vergangener Proteste zeigt. »Wo ist Irmtraud?«, wundert sich da eine Rentnerrunde beim Kaffeekränzchen. In der nächsten Szene erfährt man es: Sie sitzt strickend auf einem Klappstuhl und versperrt so einem Gärtner mit Schubkarre den Parkweg. »Irmtraud übt für den Castor«, heißt es am Ende. Der Castor-Widerstand hat Rentner wie Irmtraud in seinen Reihen. Das unterscheidet ihn von anderen Protestkulturen und macht ihn stark.

Weit über 100 Organisationen rufen zu der zentralen Großdemonstration am Sonnabend auf, dazu über 1100 Einzelpersonen und mehr als 80 prominente Künstler. Die Basis der Bewegung bilden die lokalen Strukturen vor Ort. Seit über zwanzig Jahren koordiniert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg den Widerstand gegen die Gorlebener Atomanlagen. Castor-Gruppen in den wendländischen Dörfern stellen die Infrastruktur, die Landwirte von der Bäuerlichen Notgemeinschaft blockieren mit ineinander verkeilten Treckern die Castor-Strecke.

Lokale Strukturen treffen überregionale

Wichtig für die Proteste sind aber auch überregionale Organisationen wie Greenpeace, die kritische Ärztevereinigung IPPNW oder Robin Wood, bekannt für spektakuläre Ankett- und Abseilaktionen. In der »heißen Phase« rund um den Castor-Transport mobilisieren zudem Jugendverbände, Gewerkschaften, Umwelt- und Projektwerkstätten oder autonome Gruppen ins Wendland.

Und so werden in den nächsten Tagen 17- und 77-Jährige gegen die strahlende Energie protestieren, genauso wie Konservative, Linksradikale, Hausfrauen, Grüne, Politikstudentinnen, Linksparteiler, SPD-Mitglieder, Protestanten, Bauern. (Die Aufzählung ließe sich fortsetzen.)

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