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Von Stefan Otto
17.11.2010

Die Ruhe nach dem Sturm

Nach dem Auszug des Künstlerhauses übernahm eine Treuhänderin das Bethanien

Bleibt ein Domizil der Kunst: das Bethanien in Kreuzberg
Bleibt ein Domizil der Kunst: das Bethanien in Kreuzberg

Vorbei ist der große Streit im Bethanien, und allmählich glätten sich die Wogen. Nur leicht genervt klingt Stéphane Bauer, wenn er auch fünf Monate nach dem Auszug des Künstlerhauses immer wieder darauf hinweisen muss, dass das Bethanien ein Künstlerstandort bleibe. Bauer ist der Leiter des Kunstraums Kreuzberg, einer Galerie im Erdgeschoss des ehemaligen Krankenhauses.

Die verbliebenen Einrichtungen des Hauptgebäudes nennen sich nun »Kunstquartier Bethanien«. Dieser Schulterschluss betont nicht nur eine neue Ära, sondern wurde notwendig, nachdem das »Künstlerhaus Bethanien« in die Kohlfurter Straße umgezogen ist und seinen Namen mitgenommen hat. Dessen Leiter Christoph Tannert habe darauf bestanden, erklärt Bauer. Das mag verwundern, denn die Kohlfurter Straße nahe dem Kottbusser Tor hat nichts mit dem Backsteingebäude am Mariannenplatz zu tun. Doch klingt in dem Namen »Bethanien« noch immer ein Mythos mit. An diesem Ort lässt sich das alternative Kreuzberg festmachen. Bürgerinitiativen verhinderten 1970 den Abriss des Gebäudes, nachdem das Krankenhaus stillgelegt worden war; ein Jahr später besetzten Jugendliche das benachbarte Schwesternwohnheim und benannten es in »Georg-von-Rauch-Haus« um.

Der Bezirk hat nun das Gebäude an die Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE), einer städtischen Treuhänderin, abgegeben. Anlässlich der Vertragsunterzeichnung resümiert Franz Schulz, der grüne Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, noch einmal die letzten Jahre: Da gab es die Besetzung des leer stehenden Südflügels von einem obdachlos gewordenen Hausprojekt in der Yorckstraße und viele Animositäten mit den langjährigen Nutzern des Haupthauses. Schulz habe sich stets um eine Vermittlung bemüht, das bestätigen ihm Bewohner des Südflügels sowie Stéphane Bauer.

Nun wendete der Bezirk endgültig eine Privatisierung des Hauses ab und kam damit einem Bürgerbegehren nach, das 2005 aus dem Umkreis der Nutzer des Südflügels initiiert wurde. Dafür klopft sich die Partei des Bürgermeisters jetzt auf die Schulter – untrüglich ein Zeichen dafür, dass der Wahltermin zum Abgeordnetenhaus näher rückt.

Doch die Lage hat sich nicht erst jetzt entspannt, wie es die bündnisgrüne Erfolgsmeldung suggerieren mag. Seit Christoph Tannert mit seinem Künstlerhaus auszog, leben im Bethanien die Einrichtungen nachbarschaftlich nebeneinander her: Im Südflügel gibt es neben dem Wohnprojekt New Yorck 59 den Theaterspielraum sowie eine Kita und eine Heilpraktikerschule. »Unser Schwerpunkt liegt auf der soziokulturellen Anbindung an den Kiez«, erklärt eine Theaterpädagogin. Sie möchte nicht beim Namen genannt werden, was charakteristisch für den Südflügel ist: Die Betonung liegt auf dem Gemeinschaftlichen. Viele Initiativen, die sich für eine nachhaltige Stadtentwicklung einsetzen, haben hier ihren Arbeitsraum. Dagegen sitzt im Haupthaus das Kunstquartier – mit dem Kunstraum Kreuzberg, der Musikschule und der Druckwerkstatt des Berufsverbandes der Bildenden Künstler.

Die GSE hat es also mit zwei sozialen Gefügen zu tun, die sich in ihren Gremien abstimmen. »Im Südflügel trifft sich ein Plenum, im Haupthaus der Mieterrat«, erklärt Anke Schuster von der GSE. Sie verspricht, dass alle erforderlichen Baumaßnahmen mit den Nutzern abgesprochen werden. Von aufwendigen Modernisierungen will die GSE aber absehen. Das Haus solle sich über die Mietzahlungen selber tragen, so Schuster.

Den Platz, den Tannerts Auszug hinterlassen hat, nutzt das Kunstquartier nun für eine Neuausrichtung. »Künftig werden Theater und Tanz eine größere Rolle spielen«, verspricht Stéphane Bauer. Im Januar zieht in den dritten Stock eine Theaterplattform. Außerdem finden die Projekte »sparwasser hq« und »Berlin-Tokyo« im Bethanien einen Ort zum Wirken. Sie fördern einen Dialog mit skandinavischen und japanischen Künstlern.

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