Wenn Schlussstriche zur Mode werden ...braucht es linken Journalismus
Deshalb jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Irmtraud Gutschke
27.11.2010
Bücher zum Verschenken

Glück? Zufriedenheit?

Ursula von Arx und das »gute Leben«

Ich fing an, über Glück nachzudenken, als mir gekündigt wurde und ich entsprechend unglücklich war« – mit diesem Bekenntnis nimmt die Autorin sofort für sich ein. Sie wird uns nicht auf die Nerven gehen mit wohlfeilen Ratschlägen, wird uns nicht einreden wollen, dass Glücklichsein spielend gelänge, wenn man es nur will. Am Schluss ist sie – sind wir – vielleicht um ein Winziges klüger (wer kann das schon messen?), aber jeder wird wohl seine Wege selber suchen müssen.

Zwanzig Leuten hat Ursula von Arx Fragen nach ihrem Leben gestellt – beginnend mit der berühmten Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich, 93 Jahre alt, endend mit der 15-jährigen Schülerin Sophie Bruderer, die Esssucht und Magersucht hinter sich hat, also einige bedrückende Erfahrungen mit sich selbst, und die vielleicht gerade deshalb ins Nachdenken kam, wer sie ist und wer sie sein will. Aber ganz sicher ist sie in der Überzeugung: »Wozu sonst ist man auf der Welt, wenn nicht fürs Glück?«

Da haben jeweils zwei sehr vertraut miteinander gesprochen – Ursula von Arx ist es immer wieder gelungen, diese Vertrautheit herzustellen –, und der Leser ist sozusagen als Dritter dabei, prüft sich selbst, welche Aussagen zu ihm passen und welche nicht. Denken und Erkennen als Elixier (Margarete Mitscherlich)? Das Böse akzeptieren wie ein uneheliches Kind (Tomi Ungerer)? Gutes tun und sich selbst vergessen (Günter Wallraff)? Aus Schmerz Freude wachsen lassen (Anselm Grün)? Oder sich einfach nur auf Trab halten, wie es Pia von Arx, die Mutter der Autorin, tut? Daniel Cohn-Bendit präsentiert sich als sonniges Gemüt, Blixa Bargeld als Trickster. Die Schriftstellerin Catherine Millet sagt, sie habe mit mehr als 1000 Männern geschlafen, die Putzfrau Franziska Jacques hat immer wieder Pech in der Liebe gehabt und spricht von der »Hoffnung auf Seligkeit«. »Für ein gutes Leben muss man auch Dinge tun, die man nicht gern tut«, sagt die Geigerin Julia Fischer.

Offen und immer wieder voller Neugier tritt Ursula von Arx ihren Gesprächspartnern entgegen. Sie hat ihre eigene Situation im Hinterkopf und will von ihnen lernen. Das wird auch oft geschehen sein, aber was ihr zuteil wird, kann sie auch vergelten. Den einen – den Prominenten – hilft sie, sich darzustellen, den anderen gibt sie (vielleicht erstmals) die Möglichkeit, ihre Wirklichkeit und ihre Träume zu erkunden und zu formulieren. Gabe und Gegengabe.

Es ist ein gutes Buch geworden, weil Ursula von Arx die Arbeit daran auch für sich selber brauchte. Also ist es auch für andere von Belang.

Ursula von Arx: Ein gutes Leben. 20 Begegnungen mit dem Glück. Kein & Aber. 223 S., geb., 18,90 €

Im nd-Shop

Ein gutes Leben

Von: Arx, Ursula von

Kein + Aber
240 Seiten
Gebunden
18.90 €

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken