Krieg, Waffenlieferungen, Ausbeutung Fluchthelfer sind nicht das Problem.
Linker Journalismus gegen (geistige) Brandstifter.
Jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Andreas Fritsche
01.12.2010
Brandenburg

Liberaler Kaiser und kunstsinnige Prinzessin

Bernd Maether und andere Autoren erzählen die Geschichte des Kronguts Bornstedt

Das Krongut Bornstedt überließ Kaiser Wilhelm I. seinem Sohn Friedrich Wilhelm im Jahr 1867. Er zeichnete den jungen Kronprinzen damit für dessen Leistungen in der Schlacht bei Königgrätz aus. Das Kronprinzenpaar wohnte zu dieser Zeit mit den Kindern im Potsdamer Neuen Palais. Obwohl das Herrenhaus in Bornstedt keinen großen Komfort aufwies, hielt sich die Familie beinahe täglich dort auf, schreibt Bernd Maether in seinem Buch »Krongut Bornstedt«.

Der Kronprinz ließ seine Sprösslinge zusammen mit der Dorfjugend in einer Schule unterrichten. Er schätzte das Zusammenleben von Altersgenossen verschiedener Stände. Kronprinz Friedrich Wilhelm interessierte sich für das Leben der Armen. Zivil gekleidet bestieg er morgens ein Pferd und ritt auf die Felder, unterhielt sich mit den Bauern. Er galt als tolerant. Die Liberalen und die Juden setzten große Hoffnungen in ihn. Doch als der Kronprinz 1888 als Kaiser Friedrich III. den Thron bestieg, blieb ihm wenig Zeit. Schon lange krank, erlag er nach nur 99 Tagen einem Krebsleiden.

Sein Sohn, Kaiser Wilhelm II., erwies sich als ein Mann von ganz anderem Schlag. Er vertrat völlig andere politische Auffassungen, beteiligte sich maßgeblich daran, den Ersten Weltkrieg anzuzetteln.

Mit dem Krongut verbunden ist auch der Name der Prinzessin Feodora – wie Kaiser Friedrich III. keineswegs typisch für das Geschlecht der Hohenzollern. Die Prinzessin wohnte von 1903 bis zu ihrem frühen Tod im Jahr 1910 im Bornstedter Herrenhaus. Sie widmete sich dort der Malerei und dichtete lyrische Epen. Unter dem Pseudonym F. Hugin veröffentlichte sie Romane, Erzählungen und Gedichte. Die Honorare spendete sie für wohltätige Zwecke. Enge Kontakte pflegte die Prinzessin zeitweilig zu Professor Fritz Mackensen, einem der Begründer der Künstlerkolonie Worpswede. Der königliche Hof lehnte den von Mackensen vertretenen französischen Impressionismus ab. Als Feodora sich stilistisch in diese Richtung entwickelte, verbot ihr Kaiser Wilhelm II. sogar den Umgang mit Mackensen.

König Friedrich Wilhelm I. hatte das Gut Bornstedt 1722 dem Großen Militärwaisenhaus zu Potsdam überlassen. Ziel war die Versorgung der Kinder gefallener Soldaten. Das Krongut deckte das 18. Jahrhundert hindurch den Bedarf des Waisenhauses an Mehl und Fleisch. Es lieferte und verkaufte darüber hinaus große Mengen Bier, was zu einem Konflikt mit den Potsdamer Brauern führte.

Mitte des 19. Jahrhunderts leistete der Ludwig Persius einige Vorarbeiten für Neubauten auf dem Krongut. Nach dem frühen Tod des Architekten übernahm Hofbaumeister Johann Heinrich Haeberlin. Trotz späterer Eingriffe sorgte er für das jetzige Gesicht der Anlage. Durch eine Rekonstruktion ab dem Jahr 2000 entwickelte sich das Krongut zu einem Kulturforum, das gern von Touristen aufgesucht wird. In der DDR errichtete Büros, Garagen und ein Lager wurden abgerissen.

Bernd Maether (Hrsg.): »Krongut Bornstedt«, 239 Seiten (geb.), 24,95 Euro, ND-Bestellservice, Tel.: (030) 29 78 17 77

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken