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Von Wolfgang Hübner
06.12.2010

Amadeu Antonio – das erste Opfer

Am 6. Dezember 1990 starb Amadeu Antonio Kiowa. Elf Tage lag der junge Angolaner zuvor im Koma, nachdem ihn Rechtsradikale im brandenburgischen Eberswalde bewusstlos geprügelt hatten. Die Täter wollten einfach nur »Neger aufklatschen«. Etliche Polizisten schauten dem Verbrechen zu. Deutschland hatte mitten im Einheitstaumel sein hässliches Gesicht gezeigt. Fünf Schläger wurden wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt. Mord wäre wohl zutreffender gewesen.

Amadeu Antonio war eines der ersten Opfer rechtsradikaler Gewalt im vereinigten Deutschland. Er steht am Anfang einer langen Liste. Nach Ansicht der Bundesregierung ist sie knapp 50 Namen lang. Antifaschistische Initiativen zählten dreimal so viele Todesopfer rechter Gewalt. Die Brände von Mölln und Solingen, die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda waren nur einige von vielen Gewaltexzessen. Wenn man Politiker wie CDU-Innenminister Manfred Kanther reden hörte, wusste man: Die Schläger hatten ihre Stichwortgeber.

Noch immer marschieren und prügeln Nazis und verbreiten ihre Ideologie. Auch, weil die Politik ein NPD-Verbot vermasselt hat. Ausländer werden bis heute von den regierenden Parteien als Verfügungsmasse betrachtet: raus, wenn sie stören; rein, wenn Arbeitskräfte fehlen. An dieser Grundhaltung hat sich seit 1990 nicht viel geändert.

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