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Von Martin Kröger 10.12.2010 / Berlin / Brandenburg

Tierpark soll kein Disneyland werden

Linkspartei in Lichtenberg will mit Zukunftswerkstatt Perspektive des Hauptstadtzoos stärken

Gemeinsam kann's gelingen – Vereinschef Ziolko mit Asiatis
Gemeinsam kann's gelingen – Vereinschef Ziolko mit Asiatischen Elefanten. ND-

Es ist eine Phantomdebatte – jedenfalls noch. Denn nach dem Abschied Thilo Sarrazins (SPD) als Finanzsenator fordert inzwischen niemand mehr ernsthaft, den Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde zu schließen, damit es in der Hauptstadt nur noch einen zoologischen Garten gibt. Doch die jüngst bekannt gewordenen hohen Verluste des Tierparks von 1,6 Millionen Euro allein dieses Jahr geben der Sorge Nahrung, dass die Debatte um die beiden Hauptstadt-Zoos wieder aufflammen könnte. Erst recht angesichts der desaströsen Haushaltslage Berlins, die künftig zu weiteren Einsparungen zwingen wird. Wobei auch die 8,4 Millionen Euro Zuwendungen an den Tierpark jährlich ins Sparvisier geraten könnten.

Alles in allem Grund genug für die Lichtenberger Linkspartei, für den Tierpark Farbe zu bekennen. Mit einem Antrag fordert die Partei deshalb jetzt eine langfristige Sicherung der zoologischen Institutionen. Titel des Antrags für die Bezirksverordnetenversammlung in der kommenden Woche: »Ohne wenn und aber – ja zur Perspektive von Tierpark und Zoo«. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt sollen demnach im Mai 2011 gemeinsam mit der Bevölkerung Ideen entwickelt werden, wie die Attraktivität des Tierparks erhöht werden kann. »Es geht aber auch um ein Bekenntnis für eine kommunale Institution«, betonte gestern bei einem Pressegespräch die LINKE-Bundesvorsitzende Gesine Lötzsch, die in Lichtenberg ihren Wahlkreis hat. Der LINKEN geht es aber nicht um ein Gegeneinander-Ausspielen von Tierpark und Zoo, sondern um ein Konzept für beide Einrichtungen. Bereits 2002 initiierte die damalige PDS ein erfolgreiches Bürgerbegehren zum Erhalt der Zuschüsse für den Zoologischen Garten und den Tierpark Berlin: Über 30 000 gültige Unterschriften kamen zusammen. Sogar einige Tausend nicht Zeichnungsberechtigte aus anderen Bezirken und dem Umland unterschrieben.

Mit der aktuellen Initiative will die LINKE die Debatte konstruktiv befeuern. Auch um den im Zusammenhang mit dem Tierpark permanent negativen Äußerungen etwas entgegenzusetzen. »Wir wollen gemeinsam mit dem Tierpark und seinem Direktor Bernhard Blaszkiewitz, der Fördergemeinschaft sowie den Bürgern schauen, welche Veränderungen im Tierpark möglich sind«, erläutert Rainer Bosse von der Lichtenberger Linksfraktion das Vorhaben.

Ohne der Debatte etwas vorwegnehmen zu wollen, hat die LINKE einige Punkte zusammengetragen: Neben Hinweisen auf den Tierpark im Straßenbild zählen dazu eine Verbesserung des Marketing- und des Veranstaltungskonzepts. Generell möchte man die Angebotsqualität heben. »Das Erlebnis für Kinder im Streichelzoo haben andere Zoos auch mit vertretbaren Kosten verbessert«, meint Bosse. Auch die Informationen zu Tieren könnten verbessert werden, indem sie auch auf Englisch präsentiert würden. Gar nichts halten die Lichtenberger LINKEN indes von der Idee, einen Safaripark oder gar ein Disneyland aus dem Tierpark zu machen. Wir wollen keinen Erlebnispark, sondern das »Erlebnis Tier« optimieren, sagt der BVV-Fraktionsvorsitzende Christian Petermann.

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