Wie Kain nach Abel gefragt wurde, so werden auch wir nach unseren Brüdern, den Tieren, gefragt werden.« Das klingt reichlich rührselig, passt also zu Weihnachten. Doch die Frage, die der Dichter Reinhold Schneider (1903-1958) formulierte, wird nicht gestellt werden. Schon gar nicht an den Feiertagen. Zwar erklären diverse Organisationen alle Jahre wieder, dass Tiere nicht auf den Gabentisch gehören. Aber dass sie in Pfanne, Topf, Ofen und schließlich in Einzelteilen auf den Festtagstisch gehören, ist gesellschaftlicher Konsens. Die Predigten in den Kirchen verweisen bestenfalls auf Ochs und Esel an der Krippe, aber nicht darauf, dass Jesu Geburtstag hierzulande vor allem ein Schlachtfest ist. Friede auf Erden – die Tiere gehören nicht dazu, heute weniger denn je.
Die deutschen Energieversorger erwarten für den 25. Dezember einen sprunghaften Anstieg des Stromverbrauchs. Die sogenannte Gänsebraten-Spitze treibe den Bedarf am ersten Weihnachtstag um etwa ein Drittel in die Höhe, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mit. Die 40 Millionen Haushalte in Deutschland verbrauchen an diesem Tag rund 480 Millionen Kilowattstunden – 120 Millionen mehr als an einem normalen Tag. Immerhin: Die sprichwörtliche Tierliebe der Deutschen lässt sich zu Weihnachten messen – in Kilowattstunden.
"Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien" - auch das stammt aus der Bibel, sogar von Jesus.
Die Kirche verrät Jahr um Jahr die Tiere, wie sie schon so oft lieber mit dem Strom der Mächtigen schwamm - Täter-Identifikation nennt man so etwas wohl. "Aber der Bauernverband..." wendet ein Kirchenoberer ein, als ich ihn darauf hinweise, welche sozialen und klimaschädlichen Auswirkungen unser Fleischkonsum hat..., dabei haben selbst Bauern (kleine, mittelständische) mittlerweile keine Lust mehr auf die Knechtung durch Großkonzerne der Fleischindustrie, die besonders den Geflügelbereich längst erobert hat. Sie haben die aufmüpfige und kritische Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft gegründet und demonstrieren am 22.01.2010 gemeinsam in Berlin mit Tierschützern, Bürgerinitiativen und Naturschutzverbänden für eine tier- und menschenfreundlichere Landwirtschaft, gegen Tierfabriken, welche sowohl Menschen als auch Tiere ausbeuten. Wer fehlt in dieser Runde? Bislang die Kirche, meine lieben Mitchristen, es ist zum Heulen!
Ging nicht im Gleichnis der König an die Straßen und Zäune, zu den Arbeitslosen, [heute wohl auch zu denen, die durch die Massentierhaltung ihre Arbeit verloren]? Verkehrte nicht Jesus selbst lieber mit Ausgegrenzten als mit frommen Pharisäern?
Jesus litt für andere - wir lassen andere für uns leiden, Tiere wie Menschen.
Dass dies ein Ende haben sollte, war mal der Sinn des Christentums.
Die Kirche, die offizielle meine ich, hat das irgendwie noch nicht begriffen...
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
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