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Standpunkt

Das weltweite Hühnchen

Standpunkt von Velten Schäfer

Mal sind es Gammel-Eier, dann ist es Gammel-Fleisch oder -Mozzarella, mal geht es um Rinderwahn – und immer wieder um Dioxin: In diesen Tagen wird wieder einmal klar, wie anfällig das zentralisierte System der industriellen Tierproduktion eigentlich ist. Halb Mitteleuropa muss zittern, wenn irgendwo in Niedersachsen beim Mischen ein Fehler passiert. Würden Futtermittel neben dem Stall angebaut, wären solche Kettenreaktionen nicht möglich.

Macht es sich zu einfach, wer so denkt? Nicht viel einfacher als die jedenfalls, die jetzt zwar zu Recht nach schärferen Kontrollen rufen, einer Grundsatzdebatte aber aus dem Weg gehen: Soll der Markt für das, was wir essen, wirklich so »frei« sein wie der für Autos? Seit Jahren betreibt Europa eine Agrar-Liberalisierung, die Konzentration und Zentralismus noch vorantreibt.

Dass »Bio« längst auch Industrie und beileibe nicht immer sicher ist, weiß man seit vergangenem Mai, als Dioxin in Öko-Futter auftauchte. Und sicher ist es überspitzt, die Giftverseuchung als Regelfall der Massentierhaltung zu diskutieren. Dennoch ist es eine Frage politischer Präferenzen, welche Tendenzen bestärkt werden – und welche man zu bremsen versucht. Einstweilen geht der Trend zum weltweiten Hühnchen und Ferkel weiter: Allein in Mecklenburg-Vorpommern liegen aktuelle Pläne für gut zwei Dutzend weitere gigantische Tierfabriken vor.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

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  • Ravenbird, 05. Jan 2011 22:46

    Volle Zustimmung!

    Ich kann Velten Schäfer nur im vollem Umfang zustimmen. Wir müssen uns endlich darüber klar werden worin der Grund für derartige Probleme liegt und sie beheben. Ein Teil des Problems ist sicher der wesentlich zu große Fleischverbrauch des Einzelnen, was nebenbei auch ein gesundheitliches und ein Ökologisches Problem ist. Auf jeden Fall kann es so nicht mehr lange weiter gehen!

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  • Rotspoon, 06. Jan 2011 12:32

    Was heißt hier Standpunkt?

    Wer um des täglichen Brotes willen täglich Zeitungsspalten füllen muß, ist nicht zu beneiden.
    Als ich 1959 meine landwirtschaftliche Lehre im Lehr- und Versuchsgut Etzdorf absolvierte, wuchs tatsächlich das Futter für Biene, Schaf, Schwein, Rind und Arbeitspferd neben dem Stall. Futterrüben und täglicher Weideauslauf für alle Zuchtsauen!. Hohe Milchproduktion (Vorzugsmilch fürHallische Kinderkliniken!) ohne Futtermittelzukauf. Für ein so produziertes Kilo Schweinefleisch (das damals für drei Mark fünfzig im Konsum zu haben war) reicht heute Dein Monatshonorar beim ND nicht, Velten Schäfer. Das ist mein Standpukt

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