Magdeburg (dpa) - Im neuen Prozess um den Feuertod von Oury Jalloh hat eine Putzfrau größere Mängel an der Matratze, auf der der Asylbewerber verbrannte, ausgeschlossen. Kleine Beschädigungen etwa an den Nähten könnten aber möglich gewesen sein, sagte die 52-Jährige am Freitag am Landgericht Magdeburg. In dem Prozess muss sich ein Polizist wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Er soll den Feueralarm mehrmals ignoriert und zu spät reagiert haben.
Die Putzfrau hatte am 7. Januar 2005 die Polizeizelle in Dessau gereinigt, in die Jalloh gebracht wurde, weil er mehrere Frauen belästigt haben soll. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 23- Jährige die Matratze selbst angezündet hatte. Wie das trotz Fesselung möglich gewesen sein könnte, steht infrage. Schäden an der Matratze wie offene Nähte oder Risse könnten dies begünstigt haben. Jalloh war infolge rund 800 Grad heißer Brandgase gestorben.
Die Reinigungskraft sagte weiter, sie habe die Zelle sauber und ordentlich verlassen. Gegenstände wie ein Feuerzeug hätten sich dort nicht befunden. Die Frage ist, wie das Feuerzeug in die Zelle gelangte, mit dem Jalloh das Feuer entfacht haben soll.
Als weiterer Zeuge wird am Freitag ein im ersten Prozess mitangeklagter Polizist erwartet, dessen Freispruch rechtskräftig ist. Den Freispruch gegen den nun Angeklagten hob der Bundesgerichtshof auf. Deshalb ist der neue Prozess nötig.
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