21.01.2011

Solidarität hilft gegen Euro-Krise

Linke Ökonomen für Transferzahlungen

Berlin (ND-Pfeiffer). Die Arbeitsgruppe Europäischer Wirtschaftswissenschaftler hat sich für ein gemeinsames Budget der Europäischen Union mit Transferzahlungen ausgesprochen. Dies sei der »einzige Weg nach vorne«, heißt es im jetzt veröffentlichten »Euro-Memorandum 2010/2011«, das von rund 400 Wirtschaftswissenschaftlern aus dem linken, grünen und Gewerkschaftsspektrum unterzeichnet wurde. Finanzieren ließe sich die Solidarität mit den Schwachen durch ein Ende des Steuerdumpings zwischen den Mitgliedstaaten und eine Finanztransaktionssteuer.

An den Finanzmärkten kursieren derzeit Gerüchte, wonach Experten in der EU an Plänen für eine Umschuldung Griechenlands arbeiten, sollte das Athener Sparprogramm wirkungslos bleiben. Dies lehnen die linken Ökonomen genauso ab wie einen verschärften Sparkurs in den Krisenländern. »Die Politik in der EU ist wieder mehr nationalstaatlich ausgerichtet«, kritisieren sie im Euro-Memo. »Die Schuldenkrise wurde als ein rein griechisches Problem dargestellt, obwohl Banken in Nordeuropa massiv Kredite in die Randstaaten vergeben haben.« Eine Umschuldung würde schwächere Volkswirtschaften von den günstigen Konditionen der Partnerländer abschneiden. Eine weitere Polarisierung zwischen Arm und Reich in Europa wäre die Folge. Seite 10

Werbung in eigener Sache

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken