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Von Mark Wolter, Kristianstad
29.01.2011

Junge gute Handballer gesucht

DHB-Team beendet WM auf Platz elf und sorgt sich um die Zukunft

Der Abschied aus Schweden fiel nicht schwer. Nach zwei erfolglosen Wochen bei der WM freuten sich die deutschen Handballer gestern auf die Heimreise. »Das zu verarbeiten, wird sicher eine Weile dauern«, sagte Abwehrspezialist Oliver Roggisch. »Jeder muss sich hinterfragen, und wenn die EM-Qualifikationsspiele gegen Island losgehen, müssen wir uns als andere Mannschaft präsentieren.« Ob in gut fünf Wochen tatsächlich ein anderes Team antritt, eines mit neuen Gesichtern, mochte so kurz nach dem schlechtesten Abschneiden in der 73-jährigen WM-Geschichte noch keiner beantworten.

Bundestrainer Heiner Brand, der seine Zukunft bisher offen ließ, deutete zumindest an, dass er weiter Verantwortung für den Deutschen Handball-Bund übernehmen will: »Ich weiß schon, wo es für mich hingeht. Aber klar ist auch, dass beide Seiten über gewisse Dinge reden müssen. Man kann nicht einfach zur Tagesordnung übergehen«, sagte Brand.

Diese WM, vier Jahre nach dem Triumph in der Heimat, hat auch dem 58-Jährigen gezeigt, dass andere Teams sich weiterentwickelt und vor allem erfolgreich verjüngt haben. Das Setzen auf verdiente Spieler kann nicht die Zukunft sein. Daran änderte auch der mühsame 40:35-Erfolg gegen Argentinien nichts, durch den das DHB-Team die WM letztlich auf Rang elf beendete.

Das sinnfreie Platzierungsspiel hatte nochmal widergespiegelt, wie die WM gelaufen war. Brands Männer wollten irgendwie, konnten aber meist nicht. Und so bestrafte man sich selbst und die spärlichen 1000 Zuschauer in der Arena von Kristianstad mit vier mal fünf Extraminuten, bis die tapfer kämpfenden Argentinier nach zweimaliger Verlängerung besiegt waren. »Für die Art und Weise, wie wir uns bei der WM präsentiert haben, kann man sich nur entschuldigen«, sagte Roggisch. »Vielleicht wird es Veränderungen geben. Die Frage ist nur: Wen will man bringen? Die jungen Talente spielen in der Liga nicht. Es gibt wenig Alternativen.«

Angesichts des WM-Debakels signalisierte die Handball-Bundesliga zumindest Gesprächsbereitschaft. »Wir müssen Nachwuchsspieler besser integrieren«, sagte HBL-Vizepräsident Bob Hanning. Der Manager der Füchse Berlin konnte sich als TV-Experte in Kristianstad selbst von der Notwenigkeit überzeugen und forderte, dass jeder Verein künftig vier deutsche U23-Spieler in den Ligapartien aufbieten muss. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann hält eine solche Regelung allerdings für »rechtlich schwer durchsetzbar«.

Mit einer Quote allein wäre es auch nicht getan. Selbst DHB-Kapitän Pascal Hens oder Spielmacher Michael Kraus würden in Hamburg doch nur für die internationalen Stars eingewechselt, wenn der HSV schon haushoch führe, meinte DHB-Vize Horst Bredemeier.

um Platz 9: Norwegen - Serbien 32:31 n.V. (29:29,14:16)
um Platz 11: Deutschland - Argentinien 40:35 n.V. (27:27,13:12)

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