Starre Rituale der Macht

Guttenberg konnte deshalb schummeln, weil der Wissenschaftsbetrieb ihm das ermöglichte

Karl Theodor zu Guttenberg hat einen Großteil seiner Doktorarbeit von anderen abgeschrieben. Möglich wurde dies auch, weil ein auf ritueller Anerkennung basierenden Wissenschaftsbetrieb Kontrolle und objektive Anerkennung von Leistung erschwert. Die Halbjahreszeitschrift »Gegenworte« der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften widmete sich schon vor Wochen diesem Thema. Durch die Enthüllungen im Fall Guttenberg wird die Schrift unerwartet aktuell.

Zu den Merkmalen, die ein Ritual auszeichnen, gehört, dass es sich nach bestimmten Regeln wiederholt, in mehr oder weniger starren Formen (Riten) gepflegt und vor allem, dass es bedeutungsschwanger überhöht wird. Von »Auszeichnen« zu reden, ist gar nicht verkehrt, denn Rituale bewirken, dass sich unter ihrem Einfluss Gemeinschaften festigen. Was aber, wenn sich die Formen verselbstständigen und wie ein Zwangskorsett den Körper am Atmen hindern? Alex Michaels, Sprecher des Sonderforschungsbereichs »Ritualdynamik« an der Universität Heidelberg, macht die Entartung eines ursprünglich sinnfälligen Anliegens, nämlich der gerechten Bewertung wissenschaftlicher Leistung, am Beispiel der Evaluationen deutlich.

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