03.03.2011

Neun Kinder starben bei NATO-Angriff

ISAF-Kommandeur entschuldigt sich

Kabul (Agenturen/ND). Die Internationale Schutztruppe ISAF hat sich für den Tod von neun Kindern bei einem Angriff ihrer Kampfhubschrauber in der ostafghanischen Provinz Kunar entschuldigt. Die NATO-geführte Truppe »übernimmt die volle Verantwortung für diese Tragödie«, teilte die ISAF am Mittwoch mit. Ihr Kommandeur David Petraeus sagte: »Zu diesen Todesfällen hätte es nie kommen dürfen.« Er werde sich persönlich bei Präsident Hamid Karsai entschuldigen. Nach Abschluss der Untersuchung würden gegebenenfalls Disziplinarmaßnahmen gegen die verantwortlichen Soldaten ergriffen. Bei einer Demonstration am Angriffsort skandierten Hunderte Afghanen Losungen gegen ihre Regierung und gegen die USA.

In Kunar waren erst im vergangenen Monat bei ISAF-Beschuss nach Angaben einer afghanischen Regierungskommission 65 Zivilisten getötet worden, darunter 40 Jungen und Mädchen. Die neun jetzt getöteten Kinder waren beim Holzsammeln angegriffen worden, nach Darstellung der Polizei wurde ein zehntes Kind verletzt.

Der afghanische Präsident Karsai verurteilte den »rücksichtslosen Angriff« vom Dienstag. Er warf der ISAF die »tägliche Tötung« von Zivilisten vor. Die ausländischen Truppen würden »enorme Probleme« bekommen, sollten sie bei den Einsätzen nicht umsichtiger vorgehen, erklärte Karsai.

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