Wenn Schlussstriche zur Mode werden ...braucht es linken Journalismus
Deshalb jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Klaus Joachim Herrmann
31.03.2011

Die Mehrheit wird international

Bald die Hälfte der Berliner mit Migrationshintergrund / Statistiker mit neuen Zahlen

»Die Mehrheit, die die Zukunft dieser Stadt bestimmen wird, ist international.« Diese Schlussfolgerung präsentierte gestern der Beauftragte des Senats für Integration und Migration, Günter Piening, in seinem Amtssitz an der Potsdamer Straße in Berlin-Tiergarten.

Die Zahlen und Fakten dafür präsentierte vor Journalisten die Präsidentin des Statistikamtes Berlin-Brandenburg, Ulrike Rockmann. Sie gab auf die Frage Antwort, wer in Berlin die Zuwanderer seien und wo sie leben. Dies aber nicht »gefühlt«, sondern statistisch exakt auf der Basis des Einwohnermelderegisters und des Mikrozensus.

Am häufigsten sind mit 20 Prozent Berliner mit türkischem Migrationshintergrund, es folgen als Herkunftsländer Polen (10,6 Prozent) und das frühere Jugoslawien (7,3 Prozent). Nach Bezirken ist der Migrantenanteil in Mitte mit 44,8 Prozent am höchsten, gefolgt von Neukölln (40 Prozent) und Friedrichshain-Kreuzberg (38 Prozent).

Dabei hob Günter Piening hervor, »gewaltige demografische Veränderungen« würden dazu führen, dass sich das Verhältnis von Minderheit und Mehrheit umkehren werde. In vielen Kiezen sei es schon längst soweit. So wohnten 68,9 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund in Kreuzberg am Askanischen Platz, am Mehringplatz seien es 66.6 Prozent. Ähnliche Werte verzeichneten die Statistiker in der Reinickendorfer Straße in Mitte mit 66 Prozent Anteil Migranten und am Rollberg in Neukölln mit 65,1 Prozent.

Hat derzeit insgesamt nur ein Viertel der Berliner einen Migrationshintergrund, zeichnet sich bei den Jüngeren eine klare Entwicklung ab. So bringen es die unter Fünfjährigen mit Migrationshintergrund in Berlin bereits auf einen Anteil von 42,7 Prozent, bald werden sie die Mehrheit in dieser Altersklasse haben. Bereits jetzt verweisen rund 43 Prozent der Berliner im Alter bis 15 Jahren auf einen Migrationshintergrund. In Kreuzberg, Wedding und Nord-Neukölln liegt dieser Anteil fast durchgehend bei 70 Prozent und höher. Von diesen Mitbürgern wiederum haben 80 Prozent die deutsche Staatsbürgerschaft.

Leben in Kreuzberg vor allem Bürger mit türkischen Wurzeln, haben sich Menschen mit vietnamesischem und einem Hintergrund in der früheren Sowjetunion besonders in Lichtenberg angesiedelt. Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund »ehemalige Sowjetunion«, der auch Aussiedler und Russischsprachige umfasst, liegt in Marzahn-Hellersdorf mit 14 700 Personen bei sechs Prozent der Einwohner oder 54,6 Prozent der Einwanderer. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf knüpft an die Tradition »Charlottengrad an: 12 400 der Einwohner stammen hier aus der früheren Sowjetunion; das sind vier Prozent.

Nicht um Minderheitenpolitik gehe es beim Thema Integration, unterstrich der Integrationsbeauftragte. Er sah vielmehr in den neuen Zahlen die Bestätigung, dass die gesamte Gesellschaft berührt sei.

  • 872 000 Berliner haben einen Migrationshintergrund, sind also eingewandert oder haben Elternteile, die eingewandert sind oder keinen deutschen Pass haben.
  • Rund 170 000 Menschen haben einen türkischen Migrationshintergrund, rund 90 000 einen polnischen und rund 60 000 einen arabischen.
  • Berlin hat einen Migrantenanteil von 25,7%, liegt damit im unteren Drittel der Großstädte-Höheren Anteile haben z.B. Frankfurt a.M. (über 40%), Stuttgart (rund 38%) oder Köln (rund 33%).
  • 47,5 % der Berliner mit Migrationshintergrund (47,5%) sind Deutsche. Von den fast 170 000 türkischstämmigen Berlinern haben rund 63 000 (40%) einen deutschen Pass.
  • 35% der Menschen mit vietnamesischem Hintergrund sind Deutsche.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken