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13.04.2011
Fragwürdig

Wie bleiben Dörfer lebendig?

Agrarsoziologe Kurt Krambach zur Internationalen Dorfkonferenz / Prof. Dr. Kurt Krambach ist Koordinator des Gesprächskreises Ländlicher Raum der Rosa-Luxemburg-Stiftung

ND: Am 13./14. Mai 2011 findet in Berlin die Internationale Dorfkonferenz statt. Wer organisiert sie?
Krambach: Diese Konferenz wird gemeinsam vorbereitet und veranstaltet von der Europäischen Vereinigung der Dorfbewegungen ERCA und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Damit soll der Erfahrungsaustausch über Dorfbewegungen gefördert werden, die in vielen europäischen Ländern geschehen.

Oft wird von Landflucht gesprochen. Wie wichtig sind uns die Dörfer, wie groß ist der Anteil der Landbevölkerung?
In der Bundesrepublik leben 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung im ländlichen Raum und etwa ein Viertel direkt in den Dörfern. Zum einen wird der ländliche Raum für die Gesellschaft immer wichtiger. Die Landwirtschaft ist trotz Rückgangs des Anteils am Bruttosozialprodukt und der Zahl der Beschäftigten allgegenwärtig. Sie spielt eine große Rolle in der regionalen Versorgung mit Agrarprodukten, in der Gestaltung der Kulturlandschaft, als Bioenergieerzeuger. Der ländliche Raum ist Vorreiter in der nachhaltigen Entwicklung, also sowohl der Anwendung erneuerbarer Energien als auch von Umweltschutzmaßnahmen. Zum anderen will trotz der Probleme durch Wegzug von Jugend die Mehrheit der Dorfbevölkerung dort wohnen bleiben. Es gibt sogar Zuzug. Ohne lebendige Dörfer also kein lebendiger ländlicher Raum.

Was können die Bewohner tun, um ihr Dorf lebendig zu erhalten.?
Zunächst: Durch die kommunalen Gebietsreformen wurden zahlreiche Dörfer zu Gemeinden zusammengefasst. Die Grundlage der Dorfbewegungen, die in vielen Ländern entstanden sind, ist aber die Aktivität der Dörfler selbst, ihre Zusammenarbeit unterhalb der Gemeindeebene – im Ortsbeirat oder in Dorfvereinen oder gemeinsam mit lokalen Unternehmen. Auf diese Weise wird die lokale Selbstbestimmung wieder lebendig.

Gibt es Beispiele?
Ja, nehmen wir das kleine Dorf Zinzow in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurde mit Hilfe eines Modellprojekts ein Dorfgemeinschaftsverein »Wir Zinzower« gegründet, der sich um die Entwicklung des Dorfes als Ganzes kümmert. Er organisiert gemeinschaftliche Veranstaltungen. Die Dörfler stellen eigene Produkte wie Honig, Marmelade, Kunstgewerbe her und vermarkten sie unter der Marke » Alles Gute aus Zinzow«.

Und international? In mehr als 20 europäischen Ländern wirken Dorfparlamente und andere Dorfbewegungen, sozusagen als NGO ...
Zum Beispiel Schweden. Anfang der 80er Jahre begannen sich Dorfaktionsgruppen zu bilden, da auch hier die Dörfer um ihre Entwicklung bangten. Das wurde 1987 durch die Kampagne des Europarates für die Stärkung der ländlichen Räume gefördert. Inzwischen bestehen in knapp 300 Gemeinden über 5000 solcher Dorfaktionsgruppen, die sich um die Dorfentwicklung kümmern, den Verbleib von Schulen und Kitas sowie die Förderung neuer Kleinunternehmen, die die Dorfökonomie stärken.

Wer etwas fürs Dorf tun will, braucht Geld. Welche Fördertöpfe stehen offen?
Durch die sogenannte LEADER-Initiative und andere Programme der EU werden eigenständige Projekte in den Dörfern unterstützt, leider oftmals nur große. In der künftigen Förderperiode der EU sollte auch kleinen Projekten mit wenig Bürokratie zu mehr Geld verholfen werden.

Fragen: Rosi Blaschke

Letzter Anmeldetermin für die Konferenz: 15. April 2011 unter dorfkonferenz@rosalux.de, Informationen unter www.rosalux.de

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