Krieg, Waffenlieferungen, Ausbeutung Fluchthelfer sind nicht das Problem.
Linker Journalismus gegen (geistige) Brandstifter.
Jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Juliane Schumacher, Kairo
14.04.2011

Aus für Politfirma Mubarak & Söhne

Ägypten: Trio kam in Untersuchungshaft / Militär räumte erneut Tahrir-Platz in Kairo

Mit der Verhaftung von Husni Mubarak und seinen Söhne kam die ägyptische Staatsanwaltschaft einer Forderung der Reformbewegung nach, zugleich räumte die Militärregierung erneut den zentralen Tahrir-Platz und verhaftete zahlreiche Protestierende.

Der seit dem Sturz von Husni Mubarak regierende ägyptische Militärrat hört zuweilen auf die Bevölkerung: An den vergangenen beiden Freitagen hatten in Kairo, aber auch anderen Städten wie Suez und Alexandria bis zu zwei Millionen Menschen die Bestrafung der Köpfe des alten Regimes gefordert – insbesondere Husni Mubaraks und seiner Söhne. Am Mittwochmorgen war es so weit: Der 82-Jährige und seine Söhne Alaa und Gamal wurden in Untersuchungshaft genommen worden – zunächst für 15 Tage.

Während die Söhne in ein Gefängnis der Hauptstadt Kairo gebracht wurden, fand die weitere Befragung Mubaraks wegen dessen gesundheitlicher Probleme im Krankenhaus statt. Vor der Klinik forderten rund 2000 Menschen harte Strafen für den Ex-Staatschef. Husni Mubarak hatte sich nach seinem Rücktritt in sein Haus im Badeort Scharm el Scheik zurückgezogen. Dies hinderte ihn nicht daran, am Sonntag eine Audiobotschaft zu verbreiten, in der er alle Vorwürfe gegen sich zurückwies und ankündigte, er wolle seine restliche Amtszeit fortsetzen.

Die Botschaft sorgte für Verwirrung – und für Ärger, da sie suggerierte, Mubarak fühle sich durch seine Verbindungen zum Militär geschützt. Dem Militär blieb, so vermuten Analysten, kein anderer Weg als zu zeigen, dass sie nicht mehr hinter dem unbeliebten Politiker stehen.

Den drei Mubaraks wirft die Staatsanwaltschaft vor, sich auf illegalem Weg bereichert sowie Polizei und Schlägertrupps angewiesen zu haben, Demonstranten während der Revolution anzugreifen und zu töten. Offizielle Quellen sprechen von rund 300 Toten, Menschenrechtsgruppen gehen von mindestens 800 aus.

Die Verhaftungen wurden in Ägypten weitgehend positiv aufgenommen. In Teilen von Kairo feierten Menschen auf den Straßen, vor dem staatlichen TV-Gebäude versammelten sich jedoch am Mittwoch auch Menschen, die gegen die Verhaftung protestierten.

Die enormen Vermögen, die Mubarak, seine Familie und sein Kabinett angehäuft hatten, haben seinem Ansehen schwer geschadet. Gamal Mubarak, Investmentbanker, gilt zudem als verantwortlich für den Ausverkauf öffentlicher Güter, die die Kluft zwischen Arm und Reich im Land enorm verschärft haben. »Die Verhaftung ist ein großer Sieg für das ägyptische Volk«, sagte Khaled Mahmoud, Mitglied der Jugendkoalition »Revolution des 25. Januar« gegenüber Journalisten. Ali Hassan, Student, meinte, dieser Schritt werde das Vertrauen der Bevölkerung ins herrschende Militär und Ägyptens Justiz stärken.

Genau das sehen andere Ägypter als Problem: »Das war ein taktisch kluger Schritt der Militärregierung«, erklärt Hussein Khudra, Student und Aktivist. »Mit der Verhaftung Mubaraks ist eine der Hauptforderungen der Proteste vorläufig erfüllt und die Bevölkerung beruhigt. Die meisten Menschen sehen nicht, dass wir gerade ganz andere Probleme haben und die alte Diktatur vom Militär nahtlos fortgesetzt wird.«

Das Militär geht derweil hart gegen jede Form von Kritik und Protest vor. Während die Meldungen über Mubaraks Festnahme die Menschen auf den Straßen feiern ließen, räumte die Armee mit Baggern die Barrikaden, vertrieb die Protestierenden vom Tahrir-Platz und nahm mindestens acht Personen fest. Kommentar Seite 4

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken