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11.05.2011
Brandenburg

Turbulenzen 10 000 Fuß hoch über Potsdam

Es ist höchst unsicher, ob die Deutsche Flugsicherung den Empfehlungen der Lärmkommission folgt

Schönefeld (ND/dpa). Flugzeuge, die auf dem künftigen Großflughafen in Schönefeld starten, sollen Potsdam westlich umrunden. Das hat die Fluglärmkommission am Montag mit klarer Mehrheit beschlossen. Angeregt wird, den Berliner Südwesten, Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und Potsdam weiträumig und zwingend bis zum Autobahnkreuz Werder zu umfliegen. Bürgerinitiativen feiern dies schon als Erfolg. Die Deutsche Flugsicherung könnte aber zum Spielverderber werden. Zudem sei die Empfehlung ausgesprochen worden, dass die Jets erst ab einer Höhe von 10 000 Fuß (das sind etwa 3300 Meter) in Richtung Norden und Osten abknicken dürften, erklärte die Kommissionsvorsitzende Kathrin Schneider.

»Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt, größtmöglichen Vertrauensschutz für mehr als hunderttausend Betroffene in unserer Region wieder herzustellen«, äußerte der Sprecher der Stahnsdorfer Bürgerinitiative, Matthias Piaszinski. »Jetzt gibt es endlich einen Beschluss der Fluglärmkommission. Klarer Tenor: Außen rum, statt oben drüber«, sagte Marela Bone-Winkel von »Keine Flugrouten über Berlin«. Nun sei die Politik am Zug, »den von der Kommission dokumentierten Bürgerwillen auch umzusetzen«, kommentierte der Kleinmachnower Bürgermeister Michael Grubert (SPD).

Der Berliner Senatssprecher Richard Meng warnte jedoch davor, in Jubel auszubrechen. Das sei verfrüht. Entwarnung für den Berliner Südwesten und für Potsdam und Umgebung kann tatsächlich noch nicht gegeben werden. Ersten Berichten zufolge sagte die Flugsicherung gleich Nein zum Beschluss der Fluglärmkommission.

Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) beurteilt die Situation anders. Sie vertritt die Ansicht, die Flugsicherung habe sich nicht ablehnend geäußert. Die Senatorin hofft, dass sich die Flugsicherung die Vorschläge genau ansieht und ihre Umsetzung prüft. Junge-Reyer verwies darauf, dass ein Abknicken erst ab einer Höhe von 10 000 Fuß in Deutschland noch nirgendwo praktiziert werde.

»Es ist generell technisch möglich, die Routenfreigabe erst ab 10 000 Fuß zu erteilen«, sagte Hans Niebergall, Leiter der Berliner DFS-Niederlassung. Jedoch sehe er Probleme bei unterschiedlich schnellen Flugzeugen. Langsame Jets könnten nach dem Start von der Nordbahn in Richtung Westen von schneller fliegenden Maschinen eingeholt werden. »Die flüssige Flugabwicklung ist so nur schwer handhabbar«, betonte Niebergall. Man werde jetzt abwägen müssen. Das gehe streng nach Datenlage, erläuterte er. Man sei am Montag für den Westbereich ein großes Stück vorangekommen.

Am 23. Mai stehen dann die Starts und Landungen für den Ostbereich in der Fluglärmkommission zur Diskussion. In der vergangenen Woche habe es bereits Realsimulationen in Bremen und Frankfurt am Main gegeben. Im Fokus stand unter anderem die 90-Grad-Kurve von der Südbahn zur Entlastung von Zeuthen, Schulzendorf und Königs Wusterhausen. Ergebnis: »Technisch ist diese scharfe Südkurve möglich«, sagte Niebergall. Zusammen mit einem Tempolimit könnte dies eine geeignete Variante sein.

Am 6. Juni sollen die Beratungen in der Fluglärmkommission ganz abgeschlossen sein, damit noch genug Zeit bleibe, um beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung die Vorschläge einzureichen, erzählte Niebergall. Richtig sei, das die Deutsche Flugsicherung die Empfehlungen erst einmal prüfen müsse, erklärte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Ehrlich gesagt sehe die Flughafengesellschaft die Vorschläge nicht unkritisch. So wäre ein deutlich höherer Kerosinverbrauch wegen der längeren Strecken die Folge. »Ich bin mal gespannt, wie das Bundesumweltamt das findet«, meinte Kunkel. Die Fluggesellschaft Air Berlin habe ausgerechnet, dass in einem Jahr zusätzlicher Treibstoff verbraucht würde, der für 500 Flüge von Berlin nach Köln reichen würde. Die Frage sei auch, ob die gewünschte Kapazität des Flughafens zu schaffen wäre, wenn schnelle Flugzeuge hinter langsamen Maschinen quasi im Stau stecken.

»Die Stadtnähe des Flughafens war politisch gewollt«, erinnerte Peter Ohm, Präsident des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN). »Dabei wurden die Rechte der Anwohner auf Schutz vor teilweise gesundheitlich schädlichem Fluglärm einfach überrollt.«

Oberhavels Vizelandrat Egmont Hamelow wurde am Montag der Zutritt zur Sitzung der Fluglärmkommission in Schönefeld verweigert. Hamelow wollte die Forderung nach schnellstmöglichen und umfassenden Informationen stellen. »Ich habe ein politisches Mandat des Kreistags zu erfüllen«, brachte er vor. Doch er wurde abgewiesen. Nachdem es im März Nachrichten gab, der sich nördlich an Berlin anschließende Landkreis Oberhavel könnte von der An- und Abflugrouten betroffen sein, hatte der Kreis eine vollwertige Mitgliedschaft in der Fluglärmkommission gefordert. Dies habe das Verkehrsministerium abgeschlagen, weil Oberhavel nicht betroffen sei, erklärte die Kreisverwaltung.

»Meine Sicht« Seite 9

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