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Debatte um S-Bahn-Anschläge

Berechtigter Protest oder krimineller Unfug?

Der Brandanschlag auf eine Kabelbrücke nahe dem Ostkreuz hat weite Teile des Berliner S-Bahn-Verkehrs lahm gelegt. Die Polizei ordnet die Täter der linksautonomen Szene zu. In einem Bekennerschreiben zu dem Anschlag heißt es: »Schnauze voll. Über den Atomausstieg gibt es nichts mehr zu verhandeln«.

Frage an die Leserinnen und Leser: Was haben solche Anschläge mit dem berechtigten Protest gegen die Atomgefahren zu tun? Müssen Atomkraftgegner und Linke nachdrücklicher klar machen, dass solche Aktionen krimineller Unfug sind und den Anliegen der AKW-Gegner schaden?

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6 Kommentare zu diesem Artikel

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  • Berndchen, 25. Mai 2011 19:27

    Was soll das?

    Die Diskussion könnt Ihr in vielleicht einem Vierteljahr aufmachen, wenn die Täter ermittelt sein werden oder auch nicht. Angenommen nicht, was dann?
    Wer waren die Brandstifter und Attentäter der Bahnanschläge der letzten 1-2 Jahre in Berlin?? Ermittelt?? Im "Celler Loch" verschwunden?? Mal überlegen, wem das nutzt, wer vielleicht in Berlin die Wahlen gewinnen will oder die BW im Innern einsetzen und dafür die richtige, besser die rechte Stimmung braucht!!
    Mir reichen die Diskussionsrunden im www jetzt schon, muss das ND jetzt auch noch eine aufmachen? Um dann nach einer Woche schreiben zu können: "ND-Leserschaft verurteilt mit überwiegender Mehrheit Gewalt zur Erreichung politischer Ziele"? Zu banal.

    • Permalink

  • Berndchen, 25. Mai 2011 19:41

    Ergänzung: Was soll das?

    Am Donnerstag, 26.Mai um 16.05 Uhr rbb-Liveübertragung der Debatte im Berliner Senat zur inneren Sicherheit nicht verpassen.

    • Permalink

  • rudie, 26. Mai 2011 12:12

    Re: Was soll das?

    Hallo Berndchen,
    ich kann am Verurteilen von Gewalt, egal aus welcher politischen Ecke, rein gar nichts Banales finden. Es würde mich vielmehr freuen, auch hier auf eine Leserschaft zu stoßen, die sich trotz aller Meinungs-Unterschiede auf diesen Minimalkonsens politischer Auseinandersetzung und menschlichen Zusammenlebens einigen kann. So lang das nicht der Fall ist, sind Debatte um das Thema durchaus angebracht.

    • Permalink

  • Graureiher, 26. Mai 2011 13:54

    Gewalt ist nicht gleich Gewalt

    Ob es sich bei den Brandstiftern um Autonome, um von gewissen staatlichen Diensten gesteuerte Provokateure oder eine Mischung aus beiden handelt, sei mal dahingestellt. Die Frage für mich ist: wem nutzt es?!
    Nur denen, die eh schon versuchen, durch die Dämonisierung all dessen, was sich westlichen Weltherrschaftsansprüchen entgegenstellt, als terroristisch ihr bröckelndes System zu stabilisieren. Die sind dankbar für diese zusätzliche Unterstützung bei der Anfachung der Terrorhysterie. Die haben sie auch dringend nötig, da die von ihnen ständig an die Wand gemalte Gefahr des islamistischen Terrors nicht so recht ziehen will. Die „aufgedeckten“ Fälle aus diesem Bereich zeugen doch allenfalls von der Naivität der „Täter“, nicht aber von der Aktivität mächtiger, international tätiger Gruppen.
    Die Gewaltfrage ist aber wesentlich weiter gespannt und anhand dieser Brandanschläge kaum zu diskutieren. Die Tatsache z.B., dass die BRD nicht nach französischem Vorbild mit AKWs zugepflastert wurde, der Schnelle Brüter in Kalkar heute ein Freizeitpark ist und dass keine Wiederaufbereitungsanlage gebaut wurde, ist zweifelsohne auch ein Ergebnis des gewaltsamen Protestes in den 70er und frühen 80er Jahren. Bauplatzbesetzungen, das Niederreißen von Sperranlagen, der Kampf mit den uniformierten Platzherren, das war und ist nach gängiger Definition Gewalt. Wären damals wichtige Schaltanlagen oder Kabelschächte in die Hände der Demonstranten gefallen, wären diese sicher in Flammen aufgegangen.
    Der Gewalt (von zumindest Teilen) der damaligen Anti-AKW-Bewegung (der Chefredakteur des ND, damals Herausgeber des ARBEITERKAMPFES, so etwas wie das Zentralorgan der Militanten, könnte dazu sicher einiges erzählen), haben wir es zu verdanken, das die Geschichte eine andere Wendung nahm, der Atomstaat BRD nur teilweise verwirklicht werden konnte. Und heute der Atomausstieg machbar ist.

    • Permalink

  • Berndchen, 26. Mai 2011 18:08

    Re: Re: Was soll das?

    Gewalt zu verurteilen, egal aus welcher Ecke, ist selbstverständlich. Dass das hier Konsens ein dürfte ist mir klar, deshalb ist die Frage so lange banal, bis die Täter gefunden werden - oder (absichtlich?) - nicht. Erst dann wirds nämlich interessant. Eine Bekennerseite kann heutzutage jeder ins Netz stellen.
    Bitte alles lesen was ich geschrieben habe.

    • Permalink

  • neoliberal, 26. Mai 2011 20:46

    Re: Gewalt ist nicht gleich Gewalt

    es war nicht die Gewalt, die die AKWs verhindert hat, sondern ein Protest, der durch alle Schichten ging (es war eben nicht nur der grüne Spinner, sonder auch der CSU-Wähler)... im Gegenteil, die damalige Gewalt hat dem Protest geschadet und hätte gut nach hinten losgehen können... Wenn 1989 Demonstranten in Leipzig Gewalt angewendet hätten, dann wären Truppen eingeschritten und die DDR hätte sich noch länger mit Ihrem sozialistischen Projekt rumärgern müssen.
    Abgesehen davon, ist es bedenklich, wenn Parlamentsbeschlüsse einer Mehrheit durch eine gewaltsame Straßenmehrheit aufgehoben werden....
    Aber das ist das Problem: man muß Menschen überzeugen... und das ist eben mühsamer als seinen Frust in Gewalt umzuwandeln.

    • Permalink

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