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Von Anna Maldini, Rom
31.05.2011
Kommentiert

Verlierer Berlusconi

Kommentar von Anna Maldine

Es gibt bei diesen Wahlen nur einen großen Verlierer und das ist Silvio Berlusconi. Der Mann, der noch vor wenigen Tagen erklärte, dass die Bürgermeisterwahlen in Mailand eine »nationale Tragweite« haben, ist jetzt in die Grube gefallen, die er selbst gegraben hat. Die Menschen – sei es nun in Mailand oder auch in Neapel – sehen plötzlich, was hinter der Fassade des »großen Machers« steckt: heiße Luft. Er war angetreten, um das Müllproblem zu lösen und die Steuern zu senken, aber der Abfall türmt sich weiter und die Abgaben, die an den Staat zu entrichten sind, steigen in ungeahnte Höhen.

Berlusconi und seine Klone haben dieses Mal alles auf die Karte der Angstmacherei gesetzt: Wenn die linken Kandidaten gewinnen, dann gewinnen gleichzeitig die islamistischen Terroristen, die Drogenabhängigen und die Schwulen, dann werden die italienischen Metropolen zu »Zigeunerlagern« und ruft der Muezzin von den Kirchtürmen zum Gebet … All das wurde mit einem enormen Medienaufwand 24 Stunden pro Tag wiederholt. Und dazu wurden die linken Wähler auch noch als »doof« und »dreckig« beschimpft.

All das greift nicht mehr. Zumindest in Mailand und Neapel – aber auch in vielen anderen kleineren Städten, in denen gewählt wurde – scheinen die Bürger aus einer Art Dornröschenschlaf erwacht. Und wenn es einen Verlierer gibt, so gibt es auch einen klaren Gewinner: Es ist ein breites Bündnis der linken Kräfte, die ohne ideologische Scheuklappen zusammenarbeiten. Sollte sich diese Tendenz bestätigen, dann wäre für Italien ein Licht am Ende des Tunnels keine Fata Morgana mehr.

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