Die Beteiligten sprechen von einem historischen Moment. In Indonesien haben die nationalen Textilgewerkschaften SPN und GSBI, die großen Sportartikelhersteller Nike, Adidas und Puma und ihre Zulieferer ein globales Abkommen unterzeichnet, das die Gewerkschaftsrechte in den Textilfabriken sichert.
Seit Jahren kämpfen Textilarbeiterinnen an vielen Orten für ihre Rechte, nicht wenige wurden deswegen entlassen. Dabei ist die Liste der Unzumutbarkeiten lang: Hungerlöhne, befristete Verträge und andere prekäre Arbeitsbedingungen, fehlender Gesundheitsschutz, Überstunden und anti-gewerkschaftliche Aktionen. Mit der Unterzeichnung des Abkommens sind die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften einen Schritt weiter. Unterstützt wurden sie dabei von der internationalen Kampagne für Saubere Kleidung, Oxfam Österreich und der internationalen Textilarbeitergewerkschaft ITGLWF. Auch andere internationale Gewerkschaften, insbesondere die internationale Lebensmittelgewerkschaft IUL, setzen in Zeiten der Globalisierung immer mehr auf direkte Verhandlungen mit multinationalen Konzernen. Ein mühseliges Geschäft, im Falle der Textilarbeiterinnen scheint sich die Arbeit allerdings gelohnt zu haben. Dem Abkommen könnten weitere folgen. Zu den Olympischen Spielen 2012 in London sollen weitere Unternehmen aufgefordert werden, zu unterzeichnen.
Zwei Jahre lang wurde verhandelt. Jetzt haben sich die Unternehmen nicht nur verpflichtet, auf Gewerkschaftsrechte zu achten, sondern sind außerdem in der Verantwortung, ihre Einhaltung auch bei den Zulieferbetrieben zu überprüfen. Verstöße können geahndet werden. Damit geht das Abkommen weit über die bisher üblichen Lippenbekenntnisse für ein sauberes Image hinaus.
Das Abkommen wird es den Beschäftigten erleichtern, sich für ihre Rechte einzusetzen. Jetzt können Gewerkschaften nicht mehr daran gehindert werden, Informationen an die Beschäftigten weiterzugeben, Tarife sollen kollektiv verhandelt werden, Betriebsräte Zeit für die Interessenvertretung bekommen.
Das sind erste Schritte. Der eigentliche Erfolg steht allerdings noch aus: die Umsetzung.
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Druck aufbauen Die Gewerkschaft der Hausangestellten kämpft für die Umsetzung des Übereinkommens 189
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