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Solar-Sarrazin mit WLan-Zugang

Fehlt noch im Repertoire der internetfähigen Mobilgeräte: der iThilo

Der Markt hat uns alles gegeben. An Phantasie mangelte es ihm nie: Vom Nick-Neger (ab 84 Euro) über das Hitler-Püppchen zum An- und Ausziehen bis hin zur Fassadenverschattung nach dem Vorbild der Paradiesvogelblume (bald!) – Freund Markt lässt keinen Wunsch offen.
Besonders perfekt ist er aber, wenn es gilt, uns mit internetfähigen Mobilgeräten in allen Größenklassen zu versorgen. Und doch wird mancher, der Smartphone, Tablet-Computer, MP3-Player mit WLAN-Zugang, der Netbook, eBook-Reader und Laptop besitzt (um nur die allerwichtigsten Web-Zugangs-Geräte für unterwegs zu nennen!), den Eindruck nicht los, irgendetwas fehle ihm; wobei der Konsumfreudige mit »irgendetwas« nicht die eine oder andere Hirnhälfte meint.

Genau bei diesem Gefühl des Mangels will nun das PadPhone ansetzen, ein Hybrid-Gerät, das »Smartphone und Tablet-PC vereinen« soll und das auch sprachlich ein Hybrid ist (aus iPhone und iPad, auch wenn der Hersteller in diesem Fall nicht Apple, sondern Asus heißt). Was ist die Innovation? Nun, man kann aus einer Klappe des PadPhones ein Smartphone herausziehen.

Dann jedoch ist die Hipness auch schon dahin: Mutiert das PadPhone doch just in diesem Moment zum schnöden Tablet-PC. Und das gezückte Smartphone ist halt ... ‘n Smartphone. Kennen wir schon! Wie öde – da wendet sich selbst der optimal abgerichtete Konsumtrottel mit Gähnen ab.

Nein, die von vielen als durchaus vorhanden empfundene Lücke zwischen kleinem Smartphone und fast mittelgroßem Tablet-Rechner wird durch das PadPhone erkennbar nicht geschlossen. Dabei besteht Handlungsbedarf. Denn: Zumindest theoretisch konstruierbar wäre eine Situation, in der das Smartphone etwas zu klein, das Tablet aber ein Stück weit zu groß ist. Also: Baut endlich das SmartLet, um uns aus dieser potenziellen Not zu befreien!

SmartLet? Es wird wohl eher iSmartLet heißen. Denn: In die Bresche springen muss die unangefochtene Nummer Eins bei der Bedienung des Marktes für völlig überteuerte, gleichwohl als cool empfundene Elektroprodukte von zweifelhaftem Nutzen. Also jener Konzern, der (potenzielle) Kunden selbst zu nachtschlafender Zeit begeistert Schlange stehen lässt. Dabei hat er – zwischen den üblichen Lieferengpässen! – bloß Äppel zu bieten. Und die sind nicht einmal essbar.

Den wirklich großen Verkaufserfolg versprechen würde indes ein Produkt, das die drei Megatrends unserer Zeit (Öko, Islamhass, Immer-online-Sein) miteinander vereint: Der Solar-Sarrazin mit Internet-Zugang via WLan und Mobilfunknetz.

Je nach Umfrageergebnissen für rechtspopulistische Thesen – die holt er sich sekundengenau aus dem Netz! – würde der elektronische Tabubrecher mal heftiger und mal weniger engagiert mit Schnauz und Scheitel wackeln. Er würde die Prozentzahlen referieren. Und dann »Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!« ausrufen.

Ausnahmsweise wäre sogar das Apfellogo kontraproduktiv: Ein iThilo wäre dem Zeitgeist nämlich fast schon zu perfekt angepasst.

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