Die Forderungen nach einer besseren Kennzeichnung von Mehrweg- und Einwegverpackungen sowie nach Einführung einer Lenkungsabgabe von Seiten der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verhallten bislang folgenlos. Die Ergebnisse eines »Nachhaltigkeitschecks« sollen der Politik nun neue Argumente liefern. So wurden in der Untersuchung nicht nur ökologische und ökonomische, sondern auch soziale Faktoren betrachtet. Die klassische Mehrwegflasche habe sich dabei in allen untersuchten Bereichen als überlegen erwiesen.
Wie bereits bekannt, können Mehrweg-Glasflaschen bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden. Bei kurzen Transportwegen sind sie damit weitaus ökologischer als Einwegflaschen aus Kunststoff. Mehrweg sei aber auch nach den sozialen Parametern vorzuziehen. Laut DUH-Studie hätten die kleinen und mittelständischen Unternehmen eine höhere Zahl von Beschäftigten. Die Einwegabfüllung großer Produzenten sei im Vergleich dazu stärker automatisiert. Zudem tragen die Hersteller und Händler von Mehrwegverpackungen allein die Kosten des Systems. Eine intransparente Kostenteilung zwischen Herstellern und Verbrauchern wird vor allem am Recyclingsystem »Grüner Punkt« moniert.
Einweg-Getränkeverpackungen verbrauchen weitaus mehr Ressourcen. Aufgrund des mit 25 Cent recht hohen Pfandbetrages in Deutschland ist aber die Rücklaufquote sehr hoch, wodurch die Vermüllung insgesamt reduziert werden konnte. Vor allem für größere Unternehmen und den Lebensmitteleinzelhandel scheinen sich laut Studie Einweggetränkeverpackungen eher zu lohnen.
Nach wie vor steigt der Anteil von Einwegflaschen im Pfandsystem. Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke (wafg) war die 1,5 Liter PET-Einwegflasche bei alkoholfreien Getränken mit 51,9 Prozent Marktanteil 2010 die meistgekaufte Verpackung. Der Verbrauch von Mehrweg-Glasflaschen sank nach einer neuen Studie des Umweltbundesamtes für das Jahr 2009 auf 34,2 Prozent ab. Die DUH und das Umweltbundesamt warnen daher vor der Verdrängung der Glasflasche und dem damit einhergehenden Verschwinden kleinerer Getränkehersteller. Beide Organisationen sprechen sich für eine klare Kennzeichnung von Ein- und Mehrweg aus. Umweltschutzorganisationen wie der BUND forderten in den vergangenen Jahren immer wieder den Erhalt des Mehrwegsystems und der daran hängenden Arbeitsplätze.
Der Handel verfügt täglich über mehrere Pfandmillionen. Er nimmt Kredit vom Kleinen Mann und zahlt dafür keine Zinsen. Der Rest ist ökosoziales Gewäsch.
danke für den artikel! ein satz stimmt m.e. aber nicht ganz: "Zudem tragen die Hersteller und Händler von Mehrwegverpackungen allein die Kosten des Systems." - das gilt nur, wenn der pfandwert die produktionskosten deckt, was leider selten der fall ist. ansonsten wird die differenz ins produkt mit eingerechnet -> der verbraucher zahlt.
wir lösen das so: www.premium-cola.de/betriebssystem/oekonomie/230-arbeitsmodul-pfandwert
so bleibt die finanzierung bei den gewerblichen kettengliedern, also produzenten, händler, gastronomen. auch dieser ansatz hat aber nachteile; wer als privatmensch das leergut woanders (also zu einem geringeren, "systemkonformen" pfandwert) abgibt als dort wo er/sie es geholt hat, würde draufzahlen. es ist kompliziert :-(
Aktuelle Ausgabe: 25.05.2012
Sind Frauen die besseren Politiker?
Preis: 14,00 €
Preis: 10,80 €
Werbung:
Werbung: