Bei uns ist Streit zweitrangig

Ernesto Kroch über den Sozialismus im 21. Jahrhundert und die Casa Bertolt Brecht

Der deutsche Kommunist und Gewerkschafter Ernesto Kroch war in dieser Woche in der ND-Redaktion zu Gast. Der 94-Jährige mischt sich noch immer in die Kämpfe der Zeit in seiner Exilheimat Uruguay ein. Und verfolgt von dort, wie sich zeigte, auch aufmerksam den Weg der deutschen Linken. Kroch, der als jüdischer Jugendlicher dem Widerstand gegen den Faschismus angehörte und Mitglied der Kommunistischen Partei/Opposition war, wurde von den Nazis ins KZ Lichtenburg gesperrt. Später emigrierte er nach Uruguay. Nach dem Militärputsch 1973 musste er erneut in den Untergrund und ging 1982 in die BRD ins Exil. 1985 kehrte er nach Lateinamerika zurück. Gabriele Oertel sprach mit ihm und Ulli Winkler fotografierte.

ND: In der deutschen Linken wird gern über den Sozialismus des 21. Jahrhunderts geredet und dabei immer nach Lateinamerika geguckt. Bestehen diese Hoffnungen zu Recht, oder ist das Träumerei?
Kroch: Ich glaube, das ist das Ziel vieler Millionen. Es hat bisher aber nicht zu einer Revolution geführt, der Prozess geht sehr langsam und mit vielen Widersprüchen vor sich. Bislang ist ja überhaupt strittig, was Sozialismus ist. Schließlich ist durch das Scheitern des Staatssozialismus klar geworden, dass es so nicht geht. Jetzt versucht man, neue Wege zu gehen, die sind auch nicht leicht gangbar und oft widersprüchlich. Aber ohne Zweifel ist ein Prozess im Gang, bei dem viele Menschen nach einem System suchen, das alternativ zum Kapitalismus ist und in dem mehr soziale Gerechtigkeit, weniger Ungleichheit, mehr Menschenrechte herrschen. Im 21. Jahrhundert haben wir ja noch 89 Jahre vor uns – bis dahin kann es gelingen.

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: