Hans-Gerd Öfinger 15.07.2011 / Bewegung

Helft Heinrich

Belgische Gewerkschaften kämpfen gegen deutsche Niedriglöhne

Die christliche belgische Gewerkschaft (CSC) ruft Belgiens Arbeiter zur Solidarität mit den Beschäftigten in der Bundesrepublik auf. Denn bessere Löhne in Deutschland würde zugleich den Druck auf dem belgischen Arbeitsmarkt verringern.

»Heinrich« – das ist der deutsche Niedriglöhner, dessen Arbeitseinkommen nicht zum Überleben reicht. Deutschland will sein Modell von Niedriglöhnen europaweit exportieren. In Belgien halten Gewerkschafter kreativ dagegen. »Minijobs, prekäre Arbeitsverhältnisse und Hartz IV sind nicht unsere Sicht für die Zukunft der belgischen Arbeitnehmer«, erklären sie.

Deutsche Gewerkschafter staunten nicht schlecht, als sie bei der Demonstration des Europäischen Gewerkschaftsbundes Ende Juni in Luxemburg einer großen Schar belgischer Kollegen begegneten. »Das deutsche Jobwunder – Ich verdiene 4,81 Euro in der Stunde« stand schwarz-rot-gold auf ihren T-Shirts und Plakaten. Unter der Parole »Helft Heinrich« demonstrieren die belgischen Gewerkschafter gegen deutsche Hungerlöhne. »Lasst Europa nicht dem deutschen Beispiel folgen«, lautet die klare Botschaft der Belgier.

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