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Foto: ND/Camay Sungu
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Der große Gewinner des Travemünder Boule-Turniers am vergangenen Wochenende heißt Dylan Rocher. Der 19-jährige Franzose gewann nach dem Tireur-Wettbewerb (Präzisionsschießen) am Freitagabend zusammen mit seinem Vater Bruno auch das Doublette, und mit seinem Bruder Guéven und seinem Vater das Triplette. Für das mit mehreren Weltmeisterstiteln dekorierte Team von Philippe Quintais und Philippe Suchaud – im Triplette am Sonntag um Simon Cortes ergänzt – endete das Turnier überraschend jeweils im Halbfinale.
Neben den Franzosen zeigten sich insbesondere aus Dänemark, Schweden und Niederlande spielstarke Teams. Beim Doublette am Samstag war der Kölner Kim Rieger der einzige deutsche Spieler, der es zusammen mit seinem niederländischen Partner Mark Wildeboer bis ins Viertelfinale schaffte. Beim Triplette am Sonntag erreichten die Münchener Sönke Backens und Sascha Koch zusammen mit ihrem französischen Partner und amtierenden Weltmeister Bruno Le Boursicaud das Finale, wo sie der Rocher-Familie mit 6:13 Punkten unterlagen.
Zuvor hatte das deutsch-französische Mixed in einem packenden Halbfinale das Team Quintais/Suchaud/Cortes mit 13:12 besiegt. Dieses Halbfinale entwickelte sich dabei zum unzweifelhaften Höhepunkt des Wochenendes: Quintais Team lag bereits mit 10:4 Punkten vorn, als die Gegner zu einer furiosen Aufholjagd ansetzten. In der letzten Aufnahme flog die Zielkugel beim Stand von 12:12 durch einen Abpraller auf weit über 15 Meter und stoppte zentimetergenau vor der Auslinie. Backens spielte seine Kugeln zweimal unmittelbar vor die Zielkugel, wo Quintais sie ebenso zweimal mit präzisen Schüssen entsorgte. Le Boursicaud zeigte keinerlei Nerven und legte seine letzte Kugel zum nicht mehr überbietbaren 13. Punkt erneut unmittelbar ans Ziel.
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Knifflige Aufgabe für Frankreichs Titelsammler Suchaud, Quintais und Cortez (v.l.) ND-Fotos: Sungu
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Den anschließenden Finalsieg von Bruno, Guéven und Dylan Rocher konnten Backens, Koch und Le Boursicaud dagegen in keiner Phase mehr gefährden, ihre Kraft war aufgezehrt. Mit insgesamt über 30 Stunden hatte das Travemünder Turnier den Finalisten äußerste Konzentration und Ausdauer abgefordert: Am Samstag standen die Doublette-Sieger um 23 Uhr fest, das Triplette-Finale endete erst in der Nacht auf Montag um zehn nach eins.
Das Boule-Wochenende an der Ostsee hat einen internationalen Maßstab demonstriert, von dem der Bundestrainer des Deutschen Pétanque Verbandes, Klaus-Dieter Wiebusch, sich einen Motivations- und Qualitätsschub für seinen Sport verspricht. Tatsächlich bewiesen sowohl das weit über tausendköpfige Teilnehmerfeld wie auch Hunderte von Zuschauern an der Strandpromenade, dass die Begeisterung für den Boule-Sport in Deutschland wächst.
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