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11.08.2011

Am »Entlassungsort« liegen gelassen

Erneut zwei Polizisten wegen Körperverletzung im Amt angeklagt

Der Fall ist so ungeheuerlich, dass einem der Atem stockt. Auch die weichgespülte Variante der beiden Angeklagten vom Tatgeschehen zeigt ein gerütteltes Maß an Menschenverachtung. Die beiden Herren, 35 und 30 Jahre, sind Polizisten und der Körperverletzung im Amt angeklagt.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben die Uniformierten am 17. Februar 2010 einen vietnamesischen Zigarettenhändler in der Fritz-Reuter-Allee in Britz festgenommen, ihn in ein Auto gepfercht, während der Fahrt verprügelt und dann auf einem Feldweg außerhalb Berlins in Schönefeld auf einem schneebedeckten illegalen Müllhaufen abgeworfen. Dort habe ein Beamter noch einmal auf den Wehrlosen eingeschlagen. Anschließend setzten sich die Männer in ihr Fahrzeug und ließen den Vietnamesen in der Kälte liegen. Die beiden Polizisten bestreiten die Schläge. Er sei, nachdem sie den Vietnamesen zum »Entlassungsort« außerhalb Berlins auf einem einsamen Weg gebracht und die Fesseln gelöst hätten, von selbst in den Schnee gefallen. Dass sie, ohne sich um ihn zu kümmern, losgefahren sind, scheint für die beiden Hüter des Gesetzes die selbstverständlichste Sache der Welt zu sein. Das mutmaßliche Opfer der Polizeigewalt kann zu dem Geschehen nicht mehr aussagen. Er wurde aus Deutschland abgeschoben.

Doch es gab Zeugen. Zwei Frauen, beide Alten- und Krankenpflegerinnen, hatten sich den Ort für den Auslauf ihrer Hunde ausgesucht. Und was sie sahen, ließ ihnen den Atem stocken. Sie konnten vor Gericht sehr detaillierte Angaben machen. Die Beamten holten den kleinen, zitternden Vietnamesen aus dem Auto, zwangen ihn in die Knie, verprügelten ihn und ließen ihn dann im schneebedeckten Müll liegen. Als die Täter in Uniform verschwunden waren, eilten sie dem Opfer zu Hilfe, da sie sahen, dass er am Ende seiner Kräfte war. Sie informierten die Brandenburger Polizei. Auf einer Polizeiwache in Potsdam wurde der Mann von einem Rechtsmediziner begutachtet. Schwere Verletzungen konnte er nicht feststellen.

Wie schwer es für Zeugen ist, sich nicht in Widersprüche zu verwickeln, zeigte die Befragung durch die Anwälte der beiden Polizisten. Immer und immer wieder bohrten sie nach, wann wo welche Hand in Aktion gewesen sei, wie die Polizisten im Auto gesessen hätten, wie die Kleidung des Opfers beschaffen war, wie er auf dem Boden lag, wie die Schläge erfolgten und wo genau sie ihre Beobachtungen machten. Und das nach 18 Monaten. Unmittelbar nach der Tat waren die Wahrnehmungen präziser und die Aussagen bei der Polizei konkreter. Nach so langer Zeit verschwimmen die Konturen.

Das Gericht jedenfalls sah die Vorwürfe nicht als erwiesen an. Es sprach die Polizisten frei.

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