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Fragen zu Wohnungskosten oder Klage gegen einen Bescheid: Hilfe vor dem Jobcenter
Foto: Ulli Winkler
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Vor dem Jobcenter Mitte in der Berlichingenstraße herrscht reges Kommen und Gehen. Eine junge Frau wirbt mit Jobangeboten, ein paar Meter weiter verteilt ein Mann Werbeflyer für den vom Bundesamt für Migration geförderten Integrations- und Sprachkurs. Immer wieder bleiben Menschen, die ins Jobcenter wollen oder gerade aus dem Amt kommen, stehen und lassen sich ins Gespräch verwickeln.
Direkt vor dem Eingang des Jobcenters hat das Berliner Arbeitslosenzentrum (BALZ) seinen Infotisch aufgebaut. Dahinter steht mit geöffneten Türen der eigentliche Beratungsbus. Bereits zum fünften Mal seit der ersten Aktion 2007 tourt der Bus knapp fünf Wochen lang durch die Stadt. Unter dem Motto »Irren ist amtlich« ist das Team aus Sozialarbeitern verschiedener Berliner Beratungsstellen unterwegs und steht bis zum 23. September immer zwei Tage lang vor einem der zwölf Jobcenter Berlins.
»Heute haben wir bereits 25 Gespräche mit Ratsuchenden geführt«, sagt Frank Steger von BALZ. Von 8 bis 13 Uhr steht der Bus wochentags außer am Mittwoch vor den Türen der Jobcenter. Im Schnitt finden laut Steger täglich zwischen 35 und 40 solcher Gespräche statt. Häufig kommen die Menschen direkt auf das Team zu, wirbt der Bus doch auch groß mit seinem Slogan »Beratung kann helfen!«. Eine junger Mann kennt das Angebot schon aus dem vergangenen Jahr. Er hat monatelang auf die Bearbeitung eines Widerspruches gewartet. Und schließlich auf Hinweis der BALZ-Leute eine Untätigkeitsklage eingereicht.
Ein Thema, das in den Gesprächen immer stärker eine Rolle spielt, ist laut Steger der Bereich Wohnen. Mit dem neuen Mietspiegel haben viele Menschen eine Mieterhöhung bekommen und liegen mit ihrer Miete nun plötzlich über den bewilligten Regelsätzen. Vom Amt kommt dann postwendend die Aufforderung, der Betroffene solle die Mietkosten senken.
Auch werde die Warmwasserpauschale vielen Hartz-IV-Betroffenen immer noch extra berechnet, obwohl das seit Jahresanfang anders geregelt ist: Seit der Gesetzesänderung zählen die Warmwasserkosten zu den Wohnkosten und werden gemeinsam mit den Heizkosten übernommen. Laut Steger ist die neue Regelung jedoch nicht nur den Jobcentern, sondern auch den Betroffenen immer noch nicht geläufig.
Unter anderem deswegen führen die Beratungsstellen in diesem Jahr vor Ort außerdem eine Umfrage zum Thema Wohnen durch. Der Fragebogen dreht sich mit acht Fragen rund um das Thema Wohnkostenübernahme durch die Jobcenter und damit zusammenhängende Probleme. Bis zu 700 Fragebögen will BALZ ausgefüllt einsammeln.
Am Ende sollen von der Arbeit des Berliner Arbeitslosenzentrums auch die Jobcenter selbst profitieren. Im Anschluss an die zwei Beratungstage finden Gespräche mit Vertretern des Jobcenters Mitte statt. Auch die Center möchten wissen, mit welchen Problemen die Menschen Beratung suchen, wo es Schwierigkeiten gibt. Allerdings findet ein solcher Austausch bisher nur in Mitte und in Friedrichshain-Kreuzberg statt, ab und zu auch im Jobcenter Spandau.
Die Termine des Beratungsbusses sowie den Fragebogen gibt es auf: www.beratung-kann-helfen.de
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