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17.10.2011

Berlins schönste Kiesgrube

Auf dem Weg zum Charlottenburger Olympiastadion versteckt sich ein Ort zum Erholen

Berliner Ecken: Zwölf Bezirke hat Berlin, 21 Stadtteile, unzählige Kieze. Aber welcher Kreuzberger besucht die Parks in Charlottenburg, welche Pankowerin eine Neuköllner Shisha-Bar? In loser Folge schauen wir in Berliner Ecken – vom Touristenmagneten bis zur Kneipe.
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Der Brixplatz mit Beeten

Wer mit Ziel Olympiastadion in Berlin durch den Charlottenburger Ortsteil Westend saust, ist schnell daran vorbei. Gerade an Hertha-Wochenenden ist die Reichsstraße hinterm Steubenplatz zu einer Fanmeile für Kicker geworden. Schnell entgeht da selbst dem Einheimischen eine Oase der Ruhe - der Brixpark.

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Felslandschaft

In diese grüne Anlage dringt die Hektik der Großstadt nur noch mit leisem Brummen. Still ruht auch das in einer Schlucht gelegene Gewässer. Diese Architektur des Parks wurde bewusst gewählt. Erwin Barth, Charlottenburger Landschaftsarchitekt und Stadtgartendirektor, entwarf 1913 die rund zwei Hektar große Anlage. Dann kam der Erste Weltkrieg und die Pläne konnten erst zwischen 1919 und 1922 realisiert werden.

Barths Idee: den Berlinern die Geologie, Flora und Fauna des Brandenburger Umlandes nahebringen. So soll in dem märkischen Landschaftspark eine Felsformation (ehemals mit Wasserfall) den Rüdersdorfer Kalksteinbruch nachbilden. Der innere tiefer gelegene Bereich mit drei künstlich angelegten Teichen war anfangs für Besucher gesperrt, damit sich die extra angesiedelten Pflanzen und Tiere ungestört entwickeln konnten. Erst ab 1960 konnten sich Spaziergänger auch dort erholen, wo sich Bäume zum Teil urwaldartig vermehrt haben. Ein unerwartetes Biotop mit ganz eigenem Reiz, nur wenige Schritte vom U-Bahnhof Neu-Westend entfernt, zwischen Reichsstraße und Westendallee gelegen. In einer anderen Ecke des Parks wurde ein botanischer Lehrgarten angelegt, außerdem gibt es einen Kinderspielplatz. Das alles entstand auf dem Gelände einer stillgelegten 14 Meter tiefen Kiesgrube. Für viele Erholungssuchende ist der Brixpark deswegen auch Berlins schönste Kiesgrube.

Der Park und der daneben liegende Platz gleichen Namens wurde 1947 nach dem Architekten und Rektor der damaligen Technischen Hochschule Charlottenburg, Josef Brix, benannt. Zuvor hieß er Sachsenplatz. Der dort lebende Joachim Ringelnatz verewigte den Ort in seinem Gedicht »Die Nachtigall vom Sachsenplatz«. Der Anfang des Poems ist auf einer Gedenktafel am Eingang zum Park zu lesen: »Es sang eine Nacht ..., eine Nachti ... ja Nachtigall am Sachsenplatz heute morgen. Hast du in Berlin das je gehört? Sie sang, so schien es mir, für mich. Für Ringelnatz.« Der Poet beendet seinen Reim: »Nachtigall, besuche bitte ab und zu den Sachsenplatz: Dort wohne ich. Ich weiß, daß du nicht Verse suchst von Ringelnatz.« Der lebte von 1930 bis zu seinem Tode 1934 mit seiner Frau Leonharda, genannt »Muschelkalk«, und seinem Dackel »Frau Lehmann« hier. Gerne traf sich Ringelnatz mit Freunden der »Westend-Klause« um die Ecke. Das Lokal existiert noch heute,

Nicht nur Ringelnatz zog es wegen der attraktiven Lage am Brixpark ins Westend. Der Boxer Max Schmeling lernte hier seine spätere Frau, die Schauspielerin Anni Ondra, kennen, die im Nachbarhaus wohnte. Auch der Komponist Paul Hindemith hatte sein Domizil um die Ecke, suchte den versteckten Ort auf zur Erholung und Inspiration. Heute wird das Gelände wegen knapper Kassen des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf ehrenamtlich von der privaten Parkinitiative Brixplatz gepflegt. Die Initiative k´mmert sich um rund 340 Pflanzenarten.

www.neues-deutschland.de/berlinerecken

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