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Von Kurt Stenger
12.11.2011

Zeit für Klimaschutz läuft ab

Internationale Energieagentur prognostiziert Verbrauchsanstieg bis 2035 um ein Drittel

Wenige Wochen vor Beginn des UN-Klimagipfels in Durban zeichnet eine Studie über die globale Energieversorgung ein pessimistisches Zukunftsbild. Die Chancen, die Klimaschutzziele doch noch zu erreichen, werden immer geringer.

Ohne einen entschiedenen Richtungswechsel in der Energiepolitik ist die Welt auf dem Weg in ein unsicheres, ineffizientes und kohlenstoffreiches Energiesystem. Das geht aus dem »World Energy Outlook 2011« hervor, den die Internationale Energieagentur (IEA) am Freitag in Berlin vorstellte.

Die vom Industrieländerclub OECD gegründete Institution mit Sitz in Paris kommt im Hauptszenario ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass der weltweite Primärenergiebedarf zwischen 2010 und 2035 um ein Drittel steigen wird. Fast der gesamte Zuwachs entfalle auf Schwellen- und Entwicklungsländer, die eine nachholende Industrialisierung vornehmen. Der weltgrößte Verbraucher China wird im Jahr 2035 laut der IEA-Prognose beinahe 70 Prozent mehr Energie benötigen als die USA, wobei letztere pro Kopf dann immer noch doppelt so viel verbrauchen wie die Volksrepublik.

»Wachsender Wohlstand und höhere Bevölkerungszahlen werden den Energiebedarf in den kommenden Jahrzehnten unausweichlich nach oben treiben. Wir können nicht weiter auf unzuverlässige Energienutzung bauen, die zudem die Umwelt belastet«, sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol bei der Präsentation des Berichts. »Die Regierungen müssen stärkere Anreize für Investitionen in effiziente, kohlenstoffarme Technologien geben. Das Reaktorunglück von Fukushima, die politischen Unruhen im Nahen Osten und in Nordafrika sowie der stark gestiegene Energiebedarf im Jahr 2010 zeigen, vor welch drängenden Herausforderungen wir stehen.«

Der Verbrauch des knapper werdenden Erdöls wird laut der Prognose wegen des boomenden Transportsektors in Entwicklungs- und Schwellenländern bis 2035 weiter steigen - von heute 87 Millionen auf dann 99 Millionen Barrel pro Tag. Daher ist mit dauerhaft hohen Ölpreisen zu rechnen. Ferner gehen die IEA-Experten von einem massiven Verbrauchsanstieg um rund zwei Drittel bei der Kohle wie auch der Kernenergie aus. Einen deutlichen Anstieg werde auch Erdgas verzeichnen, das als einziger fossiler Energieträger seinen Anteil im globalen Energiemix werde steigern können; davon wird vor allem Großproduzent Russland profitieren. Die Erneuerbaren, so erwartet die IEA, werden zwar spürbar ausgebaut - ihr Anteil am weltweiten Primärenergieverbrauch wird bis 2035 indes lediglich von 13 auf 18 Prozent steigen.

Dieses Hauptszenario der Untersuchung basiert auf der Annahme, dass die Regierungen ihre eingegangenen Verpflichtungen im Energie- und Klimaschutzbereich vorsichtig umsetzen werden. Dazu gehören auch die Versprechungen in Sachen Begrenzung der CO2-Emissionen. Unter dieser Annahme wird die mittlere globale Durchschnittstemperatur laut IEA um 3,5° Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit steigen. Dabei hatten sich die Staaten im Rahmen der UN-Klimaschutzkonferenzen eigentlich vorgenommen, den Anstieg auf zwei Grad zu begrenzen, was Wissenschaftler als gerade noch beherrschbar bezeichnen. Die IEA hat indes auch ein anderes Szenario durchgerechnet, bei dem es noch schlimmer kommt: Wenn die Regierungen keine Klimaschutzmaßnahmen ergreifen und weitermachen wie bisher, würde die Durchschnittstemperatur sogar um sechs Grad steigen. Dies hätte nicht nur fatale Folgen für das Weltklima, sondern wäre auch teuer: Für jeden Dollar, der bis 2020 nicht in saubere Energie investiert wird, müssten nach 2020 zusätzlich 4,3 Dollar investiert werden, um die Schäden von Umweltkatastrophen zu begleichen.

Wie knapp die verbliebene Zeit für die Neuausrichtung der Energiepolitik ist, verdeutlich eine andere IEA-Erkenntnis: Schon im Jahr 2017 dürfte weltweit die Zahl an Kraftwerken, Gebäuden und Industrieanlagen errichtet sein, die erst 2035 erreicht sein dürfte, wenn man das Zwei-Grad-Ziel noch schaffen will.

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