18.11.2011

Bonität von Landesbanken herabgestuft

Insgesamt zehn Institute betroffen

Frankfurt am Main/Washington (AFP/nd). Mitten in der Euro-Schuldenkrise hat die Ratingagentur Moody's zehn Landesbanken in Deutschland zum Teil kräftig abgestuft - aber nicht wegen der Krise. Vielmehr sei es mittlerweile deutlich weniger wahrscheinlich, dass der Staat die öffentlichen Banken im Fall einer Schieflage retten würde, teilte Moody's am Mittwoch mit. Die Landesbanken, die gewöhnlich den Ländern und den jeweiligen Sparkassen gehören, sind schon seit Jahren Sorgenkinder; vielen fehlt ein tragfähiges Geschäftsmodell.

Die Ratingagentur nannte zwei Gründe für ihren Schritt: strengere Vorgaben der EU-Kommission für Staatshilfen und neue Regeln zur Abwicklung von Banken in Deutschland, wonach auch Eigentümer von Anleihen stärker an möglichen Verlusten beteiligt werden sollen. Betroffen von der Abstufung sind alle Landesbanken bis auf die Landesbank Berlin, deren Bewertung nicht geändert wurde, und die WestLB, die Moody's noch genau unter die Lupe nehmen möchte. Um gleich drei Stufen senkte Moody's die Ratings der Kreditwürdigkeit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), der BayernLB, der Bremer Landesbank und der NordLB. Bei anderen Instituten wie der HSH Nordbank wurde das Rating um zwei Stufen gesenkt. Eine Stufe schlechter als bislang bewertete Moody's die DekaBank, die als Zentralinstitut und Investmentgesellschaft der deutschen Sparkassen fungiert.

Am Donnerstag vermeldete die Landesbank Baden-Württemberg wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten einen Verlust vor Steuern von 191 Millionen Euro für das dritte Quartal. Tags zuvor hatte auch die BayernLB vor allem wegen Problemen in Osteuropa rote Zahlen präsentiert. Nach Berechnungen der Europäischen Bankenaufsicht EBA müssen gemäß den neuen EU-Anforderungen auch die LBBW und die NordLB ihr Eigenkapital erhöhen.

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