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Von Ingo Niebel 21.11.2011 / Ausland

Noriegas Motto: Chávez muss weg

USA-Falke will Zweifel in Venezuela säen

Einst agierte er in der Regierung von George Bush gegen alles Progressive, was sich in Lateinamerika tat. Nun bekämpft Roger Noriega insbesondere Venezuelas Präsidenten Hugo Chávez mit publizistischen Mitteln.

Roger Noriega hat nie ein Hehl daraus gemacht, dass Venezuelas Präsident Hugo Chávez weg muss, egal wie. Sein Ziel hat er bisher verfehlt, obwohl er unter Präsident George W. Bush als Unterstaatssekretär für Lateinamerika im Außenministerium über üppige politische Mittel verfügte. Chávez zeigte sich resistent gegen Putschversuche, Wirtschaftssabotage und Abwahlreferenden.

Was Wahlen seit 1999 nicht schafften, soll jetzt der Krebs richten. Noriega ist sicher: Der Kopf der Bolivarianischen Revolution lebt nur noch sechs Monate und wird vor den Präsidentschaftswahlen im Oktober 2012 sterben. Das schreibt er in seinem Beitrag »Hugo Chávez‘ große Lüge und Washingtons große Apathie«, der Anfang November auf der Internetseite InterAmerican Security Watch (IASW) erschien.

Noriega beruft sich auf nicht näher genannte Quellen, die ihn »mit privilegierten Informationen und Dokumenten aus dem Innern des Regimes in Venezuela« versorgt hätten. Demnach entwickle sich Chávez‘ Krebserkrankung anders, als das offiziell dargestellt werde. Noriega reagiert damit auf Chávez‘ Art, seine Krankheit offen zu leben. Berichten über seinen vermeintlich trostlosen Gesundheitszustand begegnet er, indem er sich bei sportlichen Aktivitäten filmen lässt und öffentlich auftritt.

Der US-Amerikaner will mit seinem Artikel die Venezolaner nicht etwa über den wahren Befund ihres Staatschefs aufklären, sondern vor allem Zweifel an Chávez‘ Aufrichtigkeit säen. Da die zerstrittene Opposition laut Umfragen momentan keine Chancen hat, den Amtsinhaber abzuwählen, soll die Spaltung des Regierungslagers deren Ausgangslage verbessern. Noriega selbst ist jedoch alles andere als ein Ausbund von Glaubwürdigkeit. Er gehört mit John Negroponte und Otto Reich zu jener Gruppe von Politikern, die sich ihre Verdienste unter Präsident Ronald Reagan erwarben, indem sie den »schmutzigen Krieg« der Contras in Nicaragua mit Hilfe der CIA organisierten. Dieses »Old-Boys-Network« funktioniert auch heute noch.

2009 half Noriega dem honduranischen Putschpräsidenten Roberto Micheletti ebenso wie dem antikubanischen Massenmörder Luis Posada Carriles, als der vor einem USA-Gericht gegen seine Ausweisung klagte. Zusammen mit der Vorsitzenden des außenpolitischen Kongressausschusses, Ileana Ros-Lehtinen, macht Noriega Stimmung gegen die Staaten der Bolivarianischen Alternative für die Völker Amerikas (ALBA). Sein Einfluss ist immer noch groß und er ist international weit vernetzt.

Als Noriega 2005 Chávez öffentlich drohte, warnte der Journalist Ignacio Ramonet: »Die Drohungen sind ein nicht zu leugnendes Zeichen dafür, dass das Projekt, Chavez zu töten, in Gang ist.« Diesmal soll‘s der Krebs richten.

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3 Kommentare zu diesem Artikel

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  • max-stirner, 20. Nov 2011 21:00

    Weggesperrt

    Gab es nicht einmal einen Noriega, den die USA-Administratoren wegsperrten?
    Kann es sein, daß es der Falsche war?
    Müßte man nicht eher diesen Roger Noriega wegsperren samt o.g. Administratoren, am besten auch die jetzige Admin-Regierung noch dazu?

    Power to the people!!!

    • Permalink

  • toro, 21. Nov 2011 15:23

    Auch Hugo möge sich vor der Drohne in Acht nehmen!

    Wir hatten als temporäre Bewohner von Paraguay Gelegenheit, uns urlaubsweise 14 Tage in Venezuela aufzuhalten. Wir können nur dazu raten, dieses paradiesische Land zwischen Karibik und Urwald zu besuchen. Wir nahmen ausreichend Gelegenheit, mit vielen Menschen aller sozialen und ethnischen Gruppen über die dortigen gesellschaftlichen Verhältnisse zu sprechen und selbst Einblick zu nehmen. Es wäre müßig, sich in Einzelheiten zu verlieren. Alles, was die einschlägigen Medien über Venezuela berichten, ist Lüge nach dem altbekannten Muster.
    Die einzig Benachteiligten sind reiche Unternehmen, die im Gegensatz zu früher nun ( allerdings moderate) Steuern entrichten müssen und deshalb
    teilweise nach steuerparadiesische Länder Südamerikas auswandern.

    • Permalink

  • guenter1952, 21. Nov 2011 18:26

    Ja, Leute wie dieser Rechtsradikale

    sind wirklich gefährlich. Denn sie sind es, die seit Jahrzehnten in den
    Ländern Mittel- und Südamerikas Einfluss ausüben.
    Verhinderung von wirtschaftlicher, sozialer und demokratischer Entwicklung, Unterstützung von Faschisten und Rechtsradikalen mit Geld, Waffen und Söldnern sind u.a. ihre Mittel.
    Im Niederhalten von eigenen, selbstbewussten Entwicklungen in den genannten Ländern sind sie Meister.
    Ein widerliches Pack.
    Die alten reaktionären Eliten schauten immer auf die USA, auch heute noch. Aber sie haben das Heft nicht mehr in der Hand, u.a. dank Chavez.

    Hoffentlich kommt es in Süd- und Mittelamerika irgendwann dazu, das die dortigen Regierungen die Einflussnahme der USA in der Vergangeheit öffentlich aufarbeiten.

    • Permalink

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