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21.11.2011

Zweckverband für Mindestlohn

Nur noch jedes achte Call-Center ist an Flächentarifvertrag gebunden

Arbeitgeber in der Call-Center-Branche sprechen sich für Mindestlöhne und einen Flächentarifvertrag aus. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di findet das gut.

Berlin (AFP/nd). Die Call-Center-Branche in Deutschland will einen Zweckverband der Arbeitgeber gründen, der unter anderem die Einführung eines verbindlichen tarifvertraglichen Mindestlohns erreichen soll. Das teilte der Call-Center-Verband (CCV) nach einer Mitgliedstagung in Berlin mit. Die Verbandsmitglieder hatten sich demnach Anfang des Jahres bei einer Befragung mehrheitlich für die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns in der Branche ausgesprochen.

Der CCV kann nach eigenen Angaben aufgrund seiner Satzung und Mitgliederstruktur nicht selbst als Arbeitgeberverband auftreten. Der zu gründende Zweckverband sei »die Grundlage für die Branche, die aktuelle Mindestlohndiskussion konstruktiv mitzugestalten«, erklärte Verbandspräsident Manfred Stockmann. Die Call-Center-Branche hat noch immer keinen Flächentarifvertrag. Kritiker monieren die teils extrem niedrigen Löhne. Der CCV repräsentiert nach eigenen Angaben Unternehmen mit rund 35 Prozent der Call-Center-Beschäftigten.

Insgesamt ist nur noch jedes achte der rund 6700 Call-Center in Deutschland an einen Flächentarifvertrag gebunden. In der Entstehungsphase Anfang der 90er Jahre hätten die meisten der Call-Center als Abteilungen von Großunternehmen noch dem jeweiligen Branchentarif unterlegen, schreibt der Soziologe Hajo Holst von der Universität Jena in der Fachzeitschrift des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Holst zufolge ist der Call-Center-Bereich in der zweiten Hälfte der 90er Jahre stark gewachsen, und es habe sich »ein schnell wachsender Rand nicht regulierter Arbeitsverhältnisse mit einem hohen Prekaritätsrisiko« entwickelt. Inzwischen seien die Standards der nicht tarifgebundenen Call-Center »faktisch zum Referenzpunkt der Arbeits- und Entlohnungsbedingungen im gesamten Wirtschaftszweig geworden«, berichtet Holst. Auch wer noch zu relativ komfortablen Bedingungen in einer nicht ausgelagerten Konzerntelefonzentrale arbeite, profitiere kaum mehr von einer guten Ertragslage des Unternehmens. Die verbliebenen internen Call-Center seien ständig mit einer »latenten und nicht selten sogar expliziten Fremdvergabebedrohung« konfrontiert.

Der CCV meldete zuletzt 20 000 offene Stellen. Seit Februar sei die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern um ein Drittel gestiegen. Dabei gehe es nicht nur um Telefonisten, knapp 43 Prozent der offenen Stellen beträfen Führungskräfte oder Lehrpersonal.

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di begrüßte den Beschluss des Call-Center-Verbands, einen tariffähigen Zweckverband zu gründen. »Tarifliche Strukturen sind in dieser Wachstumsbranche überfällig. Damit steigen die Chancen, mittelfristig einen branchenweiten Mindestlohn auszuhandeln«, sagte Call-Center-Experte Ulrich Beiderwieden von ver.di. Mit dem Beschluss »haben wir endlich einen Ansprechpartner, mit dem über Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen verbindlich verhandelt werden kann«. Bislang existierten in der Call-Center-Branche lediglich einige wenige Haustarifverträge. Mit der Gründung trage die Branche auch den sich verändernden Rahmenbedingungen Rechnung. Wer sich angesichts der demografischen Entwicklung vor einem Fachkräftemangel schützen wolle, brauche attraktive Arbeitsbedingungen und eine gute Bezahlung, betonte Beiderwieden.

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