»Erst die Methode, dann der Standort«

Anti-AKW-Organisation mischt sich mit „Sieben-Stufen-Plan" in Endlagerdebatte ein – Interview mit „Ausgestrahlt"-Sprecher Jochen Stay

Zum 13. und vorerst letztem Mal werden Castorbehälter aus der Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Atommüllzwischenlager Gorleben gebracht. Heute soll der Zug mit den Behältern in Frankreich starten, die am Wochenende im Wendland eintreffen werden - wann genau, hängt von den Aktionen der Atomkraftgegner entlang der Strecke bis zum Zwischenlager ab. Nach dem beschlossenen Aus für die deutschen AKW rückt nun die Frage der Lagerung des Atommülls noch stärker in den Fokus. Über die Endlagerproblematik sprach Reimar Paul mit dem Sprecher der Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt, Jochen Stay.

Der 46-Jährige ist einer der Hauptkoordinatoren der Anti-Atom-Proteste und seit 1980 außerparlamentarisch politisch aktiv.
ND: Die Organisation „Ausgestrahlt" hat sich mit einem Sieben-Stufen-Plan in die Debatte um die Endlagersuche eingemischt. Gilt in der Anti-Atom-Bewegung nicht mehr, dass man erst dann konkrete Vorschläge zur Entsorgung macht, wenn das letzte AKW abgeschaltet ist? Wie kommt es zu diesem Sinneswandel?Stay: Ich sehe da keinen Sinneswandel, da es aus unserer Sicht ja weiter Vorraussetzung für einen gesellschaftlichen Konsens im Umgang mit dem Atommüll ist, dass kein weiterer produziert wird. Deswegen ist die Stilllegung der restlichen AKW auch Stufe 1 in unserem Plan. Niemand wird bereit sein, die Risiken der Atommüll-Lagerung in seiner Region in Kauf zu nehmen, so lange einige Konzerne weiter Milliarden damit verdienen, weiter strahlende Abfälle herzustellen.Wie sieht Ihr Plan aus?Es gibt zunächst eine weitere Voraussetzung - Stufe 2 -, nämlich das Aus für das Endlagerprojekt Gorleben. Der Standort ist sowohl geologisch als auch politisch verbrannt. In fast 35 Jahren Gorleben-Konflikt haben Regierungen und Behörden jegliches Vertrauen verspielt, dass sie es bei der Erkundung des Salzstocks ehrlich meinen. Immer wieder wurde getrickst und getäuscht, um den maroden Standort im Rennen zu behalten. Trotz Kontakt zum Grundwasser, trotz Gaseinschlüssen und Wasserwegsamkeiten wird bisher mit Hochdruck weitergebaut. Gorleben wurde nie nach geologischen Gesichtspunkten ausgewählt.

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