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Von Hermannus Pfeiffer, Hamburg
26.11.2011

Die St.Pauli-Anleihe ist etwas für Liebhaber

Fußballklubs greifen für einen besseren Finanzierungsmix häufiger zu Anleihen

Fast ein Dutzend Profiklubs in Deutschland hat bereits Fan-Anleihen ausgegeben. Ein gutes Geschäft ist das vor allem für die Klubs.

Vor einigen Jahren haben deutsche Fußball-Klubs wie Schalke 04, Hertha BSC und Hansa Rostock den Anleihemarkt als Finanzierungsquelle entdeckt. Mit dem geliehenen Geld wurden Stadien ausgebaut, alte Schulden getilgt oder einfach nur der Verein für ein paar Monate finanziell über Wasser gehalten. Stefan Ludwig von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche in Düsseldorf hält darum Anleihen für »eine interessante Alternative« zum Bankkredit. Aus Sicht des Vereins sei »ein sinnvoller Mix bei der Finanzierung anzustreben«.

Diesen sucht auch der Zweitligist FC St.Pauli, der jetzt zu diesem Mittel greift. »Die Anleihe ist ein wichtiger Baustein, da die Last der Finanzierung somit noch auf eine weitere Schulter verteilt wird«, erklärt Geschäftsführer Michael Meeske. Um den Ausbau der Gegengeraden und der Nordtribüne am »Millerntor« sowie des Trainingsgeländes im Hamburger Stadtteil Niendorf zu finanzieren, soll ein Darlehen von rund zwölf Millionen Euro aufgenommen werden. Dazu kommen fünf Millionen eigenes Kapital und, wenn alles wie geplant klappt, noch einmal sechs Millionen aus einer Anleihe unter dem Motto: »Auf St. Pauli regeln wir das unter uns.« Angesichts eines Umsatzes in dieser Saison von etwa 15 Millionen Euro ein ehrgeiziges Projekt.

Auf einen allgemeinen Aspekt weist Wolfgang Maennig, Sportökonom an der Uni Hamburg, hin: »Anleihen werden von Unternehmen auch auf dem allgemeinen Kapitalmarkt neu entdeckt, weil die Banken angesichts der Krise mit Krediten zurückhaltender umgehen.« Die meisten Fußballvereine würden von den Banken keinen Kredit erhalten oder nur zu deutlich höheren Zinssätzen. »Ich bin sicher, St. Pauli würde für sechs Prozent kein Darlehen von einer Bank erhalten.«

Traditionsvereine können bei Anleihen auf ein großes Potenzial an möglichen Anlegern »mit einer hohen emotionalen Bindung« zurückgreifen - Zehntausende Fußballfans - und daher einen niedrigeren Zinssatz bieten als normale mittelständische Unternehmen, ergänzt Analyst Ludwig. Auf »dem Markt« entscheidet normalerweise das Verhältnis von Risiko und Rendite: Darum können große Spieler wie Airbus oder VW einen halb so hohen Zinssatz bieten, während selbst namhafte Mittelständler, die dieser Tage Anleihen auflegen, wie der Süßkatzenproduzent Katjes (7,1 Prozent) oder der Badarmaturenhersteller Grohe (8,6 Prozent) deutlich mehr Zinsen bieten müssen als ein Fußballklub.

Studien von Professor Maennig zeigen, dass »sich der intelligente Ausbau der Infrastruktur rechnet«. Ein Stadionausbau, wie ihn St.Pauli oder Union Berlin planen, bringt im Schnitt ein zweistelliges Plus bei den Zuschauereinnahmen. Trotzdem seien Fußballanleihen »Liebhaberstücke« und besitzen ein hohes Risiko, mahnt Henning Vöpel vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut. Bei einem Abstieg in die dritte Liga könnte in ein, zwei Jahren die Pleite im schönen neuen Stadion drohen.


Lexikon

Eine Anleihe ist ein Wertpapier, das dem Erwerber ein Verzinsungs- und Rückzahlungsrecht sowie eine vorrangige Rückzahlung gegenüber Aktionären im Insolvenzfall verbrieft. Im Gegensatz zu einer Aktie hat der Anleger aber kein Stimmrecht. Vorteil gegenüber einem Bankkredit ist, dass Liquidität beschafft wird, ohne zusätzliche Sicherheiten bereitstellen zu müssen. Üblicherweile vergeben Ratingagenturen Bonitätsnoten für Anleihen und ihre Emittenten. nd

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