Tag für Tag werden neue erschreckende Fakten über die militante Neonazi-Szene bekannt. Zumeist trotz der für die Ermittlungen und den Schutz der Demokratie zuständigen Behörden. Engagierten Polizisten hat man Maulkörbe verpasst, Verfassungsschützer sind mit dem Abschotten ihrer Ämter beschäftigt. Und die Regierungen in Bund und Ländern? Statt alle schon jetzt bekannten Versäumnisse, Pannen, Verwicklungen und Verquickungen auf den Tisch zu packen, üben sie sich zumeist im Geheimhalten und im Schleimen um Vertrauen.
Um endlich Offenheit und Öffentlichkeit zu erzwingen, fordert die Linksfraktion nun einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Die Grünen sind mehrheitlich dafür. In der FDP gibt es noch Liberale, die das auch möchten, doch die Koalition nicht gefährden wollen. So lässt sich das für die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses notwendige opponierende Drittel der Abgeordnetenstimmen nicht erreichen.
Vor einer Woche hat SPD-Fraktionschef Steinmeier eine bemerkenswerte Rede gegen Nazimörder und Nazimob gehalten. Er forderte dabei zu allererst den Anstand der Zuständigen ein. Warum nicht auch den der zuständigen Abgeordneten und damit einen Untersuchungsausschuss? Der wird sicher viel Übles aus rot-grünen Zuständigkeitszeiten aufrühren, in denen man Nazis samt V-Leuten und Agentenführern zu viel Raum gegeben hat. Doch so viel Anstand muss man eben aushalten können.
Die Enttarnung des Zwickauer Nazitrios rückt den Kampf gegen rechts wieder in den Mittelpunkt der Debatte. Die Politik erschwert die Arbeit der Initiativen gegen Rechtsextremismus, denn die Projekte haben mit Mittelkürzungen und der Extremismusklausel zu kämpfen. Die Diskussion über ein Verbot der NPD ist in Fahrt - das Verfahren jedoch noch lange nicht in Sicht.
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Aktuelle Ausgabe: 22.05.2012
V-Mann oder nicht V-Mann? CDU will NPD-Verbot erneut prüfen / Rechte Terroristin soll heute aussagen
So viel Heimlichkeit LINKE fordert öffentliche Aufklärung des Naziterrors - Behörden bremsen
Berlin befindet sich im Wandel. Die damit einhergehenden Veränderungen sehen die einen als unvermeidliche und positive Stadtentwicklung. Andere verstehen diesen Prozess als Bedrohung. Investoren, die vom Berliner Charme profitieren möchten, werten ganze Viertel auf: Die Mieten steigen, Clubs werden rausgeklagt und am Ende steht eine ausgetauschte Mieterschaft.
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