Von Christin Odoj
01.12.2011

Alles raus beim Pressestrand

Bar muss dem Neubau des Bundesbildungsministeriums weichen

a69ae0cb01f6eaf7ba8941cc8cea2cb0.jpg
Hat der auch wirklich Krallen? Bei der Versteigerung des Bundespressestrand-Inventars kam auch der Bundesadler unter den Hammer.

»Wieso will die denn keiner haben?« Der Auktionsleiter im Zelt am Bundespressestrand wird ungeduldig. Objekt Nummer 18, eine Verkaufshütte aus Bambus, inklusive Holztresen, droht zum Ladenhüter zu werden. Lange herrscht Stille im Pavillon, dann geht doch noch ein Kärtchen mit der Bieternummer 73 nach oben, und die Hütte ist für 140 Euro verkauft.

Die Bambusbude ist eines von über 300 Objekten, die gestern beim großen Ausverkauf am Bundespressestrand unter den Hammer kamen. Neun Jahre lang war die Bar ein beliebter Treff mitten im Regierungsviertel, jetzt wird sie den Bauplänen für das neue Bildungsministerium weichen. Ein neuer Standort ist laut Barchefin Johanna Ismayr bisher nicht gefunden. Bis Mitte Dezember läuft noch die Gnadenfrist, dann muss das gesamte Areal samt der riesigen Zeltkonstruktion geräumt sein. Letztere ging als vermeintliches Schnäppchen an die Betreiber der Volleyballanlage »BeachMitte« am Nordbahnhof. 20 000 Euro hatte Geschäftsführer Stephan Eckardt geboten, der zuvor schon 400 Euro für 10 000 Plastikbecher ausgab. Den Zuschlag für das Zelt bekam er aber nur unter Vorbehalt. »Das Ding geht niemals für 20 000 Euro weg, das klären wir noch«, wiegelte Ismayr später ab. 30 000 Euro war das Mindestgebot.

Kuriosestes Stück auf der Liste: der »Deko-Bundesadler«, ein Original aus dem Bundestag. Für 120 Euro geht er von Berlin nach Baden-Württemberg, um dort künftig an der Außenfassade eines Einfamilienhauses zu prangen, wie der Käufer mit der Nummer 55 erzählt.

Am 15. Dezember wird die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) das Grundstück an das Baukonsortium »BAM Deutschland« und »Amber GmbH« übergeben. Die BImA entscheidet dann auch, ob die auf dem Areal campierende Occupy-Bewegung per Räumungsklage weichen muss. Momentan verhandeln beide Seiten, um einer radikalen Lösung aus dem Weg zu gehen, wie BImA-Sprecher Guido Déus versicherte.

Werbung in eigener Sache

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken